Sonntag, 12. September 2010

Ich bin gekommen zu suchen, was verloren ist

In der Kirche St. Lambertus im Bedburg befindet sich über der Tür des Beichtstuhls ein Bildnis, das den Herrn zeigt, wie er selbst das Fell des verirrten Schafes mit liebevoller Hand aus dem Dornengestrüpp befreit, in dem es sich verfangen hat. Ein wunderbares Bild des Bußsakraments.

Die beiden einleitenden Sätze des langen heutigen Tagesevangeliums lauten:
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und ißt sogar mit ihnen.


Jesus, der gute Hirte, weiß, daß in den Augen Gottes das eine verirrte Schaf genauso wichtig und wertvoll ist wie die anderen neunundneunzig. Sie einstweilen sich selbst zu überlassen scheint töricht. Das aber ist die genau die verdrehte Logik des Himmels, das göttliche Paradoxon: die letzten, die die ersten sein werden, der Herr der Welt, der in einer armseligen Krippe geboren wird, das Kreuz, das ein Thron ist, von dem Gott, wie es im Hymnus heißt, alle Nation regiert.

Christus liebt das, was sich verirrt hat, was verlorengegangen ist, deshalb geht er ihm nach, sucht es mit ganzer Kraft, gibt sich mit Sündern ab und hält sogar mit ihnen – mit uns – Mahl.

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