Sonntag, 8. August 2010

Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) – Ordensfrau, Märtyrin

Das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit, uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. (1 Kor 18)

Die heilige Teresia Benedicta vom Kreuz OCD (Edith Stein) wurde am 12. Oktober 1891, dem Fest Yom Kippur, als jüngstes von elf Kindern einer jüdischen Familie in Breslau geboren. Obwohl ihr Leben in den Gaskammern ausgelöscht wurde, bleibt es ein lebendiges Licht inmitten der Dunkelheit einer Zeit des Bösen und des Leidens.

Während ihres Studiums und der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Philosophie war Edith Stein auf der Suche nach Wahrheit und fand sie in der Autobiographie der heiligen Karmelitin Teresa von Avila, die sie in einer einzigen Nacht durchlas.

Tief eingeprägt hatte sich ihr auch die Begebenheit, als sie 1916 einmal im Frankfurter Dom, in den sie jemanden begleitet hatte, eine Frau mit einem Marktkorb im stillen Gebet knien sah: Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagogen und in die protestantischen Kirchen, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Marktgeschäften in die menschenleere Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das habe ich nie vergessen können.

Am 1. Januar 1922 wurde Edith Stein durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen und am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, gefirmt. Eigentlich wollte Edith Stein nach ihrer Aufnahme in die Kirche so bald wie möglich in den Karmel eintreten, ihre geistlichen Begleiter wünschten jedoch, daß sie ihre Tätigkeit in der Welt fortsetze. So unterrichtete sie, schrieb und hielt Vorträge, bis dies vom Nationalsozialismus verunmöglicht wurde.

Nicht die menschliche Tätigkeit kann uns helfen, sondern das Leiden Christi. Daran Anteil zu haben ist mein Verlangen. (Edith Stein)

Am 14. Oktober 1933, der ersten Vesper des Hochfests der hl. Teresa von Avila, trat Edith Stein als Postulantin im Alter von 42 Jahren in den Karmel von Köln-Lindenthal ein und erbat sich zur Einkleidung im folgenden April den Ordensnamen Teresia Benedicta a cruce. Der Name bringt ihre enge Verbindung zum Orden des hl. Benedikt in der Vergangenheit zum Ausdruck und bedeutet zugleich; die vom Kreuz Gesegnete.

„Kann sie auch nähen?“ erkundigte sich eine der älteren Mitschwestern über den Neuling. Zeitlebens tat sich Sr. Teresia Benedicta mit Hand- und Hausarbeiten (die kennzeichnend für das stille Leben der Karmelitinnen sind) schwer, jedoch nahm sie dies mit Humor und Demut an. Nach ihrer feierlichen Profeß 1938 erlaubte man ihr, ihre philosophischen Schriften weiterzuführen.

Im Karmel schrieb sie im Rückblick auf ihr Leben:
Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen. Lebendiger wird in mir die Überzeugung, daß es – von Gott her gesehen – keinen Zufall gibt, daß mein ganzes Leben bis in alle Einzelheiten im Plan der göttlichen Vorsehung vorgezeichnet und vor Gottes allsehendem Auge ein vollendeter Sinnzusammenhang ist. Dann beginne ich mich auf das Licht der Glorie zu freuen, in dem auch mir dieser Sinnzusammenhang entschleiert werden soll.
Silvester 1938 siedelte Sr. Teresia Benedicta mit ihrer leiblichen Schwester Rosa, die ebenfalls katholisch geworden war und nun an der Pforte des Karmels lebte, nach Echt in den Niederlanden über, doch auch dort war sie nicht sicher.

Ihr letztes Werk, die Kreuzeswissenschaft über den hl. Johannes vom Kreuz sollte sie nie vollenden können. Am 2. August 1942 wurde Sr. Teresia Benedicta aus der Kapelle des Echter Karmel heraus verhaftet und nach einer Zwischenstation im Lager Amersfort am 7. August nach Auschwitz transportiert, wo sie wahrscheinlich mit ihrer Schwester Rosa und vielen anderen am 9. August den Tod fand.

Ihr Testament, das sie am 26. März 1939 mit Erlaubnis ihrer Priorin (die sie auf der Rückseite einer alten Postkarte erbeten hatte) niederschrieb:
Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung unseres heiligen Ordens, namentlich des Kölner und Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, lebende und tote und alle, die Gott mir gegeben hat: Daß keines von ihnen verlorengehe.

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