Samstag, 14. August 2010

Hl. Maximilian Maria Kolbe – Ordensmann, Märtyrer

Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde. (Joh 15, 12-13)

Vor einigen Jahren wurde am hiesigen Gotteshaus beschlossen, die Abendmesse am Tag vor Hochfesten nunmehr immer als Vorabendmesse zu feiern. So kam der heilige Maximilian zwar um eine Abendmesse an seinem Gedenktag, eigentlich aber besteht aber gerade zwischen diesem Heiligen und der Gottesmutter eine besonders enge Verbindung.

Vorher konnte man die umgekehrte Situation erleben: Ausländische Touristen, die die Abendmesse am 14. August besuchten, in der Hoffnung, eine Vorabendmesse zu Mariä Himmelfahrt zu erleben, waren verwundert, uns in roten Paramenten feiern zu sehen. Mehr als einmal befragte man mich nach der Messe: „But who was Maximilian Kolbe?“

Ja, wer war Maximilian Kolbe? Die Antwort ist: einer, der sein Leben hingab für seine Freunde. Im Todesblock 11 des Konzentrationslagers Auschwitz nahm er freiwillig den Hungertod auf sich, um einem Familienvater das Leben zu retten.

Raimund Kolbe wurde 1894 in Polen geboren und trat unter dem Eindruck der franziskanischen Mission als junger Mann bei den Franziskaner-Minoriten ein. Im Alter von nur 20 Jahren legte er dort die feierliche Profeß ab und fügte zur Priesterweihe seinem Ordensnamen Maximilian den der Gottesmutter hinzu.

Noch in der Zeit seiner Vorbereitung auf die Priesterweihe gründete er 1917 in Rom die Militia Immaculatae (Kreuzzug der Unbefleckten Jungfrau), um kirchenfeindlichen Bestrebungen die Kraft des Gebets entgegenzusetzen, sein Anliegen war: allen Sündern … überhaupt allen Menschen die Hand zu reichen, sie zu Gott zurückzuführen und zu heiligen. Dieser Militia Immaculatae, zu deren Verbreitung Pater Kolbe später auch die Monatsschrift „Ritter der Unbefleckten Jungfrau“ herausgab, traten in kurzer Zeit über 800 Männer bei.

P. Kolbe wurde nach Japan und Indien entsandt, wo er beim Aufbau von Klöstern und der Verbreitung der Militia Immaculatae im Ausland mithalf. 1936 mußte er wegen schlechter Gesundheit – die Folge einer früheren Tuberkuloseerkrankung – nach Polen zurückkehren. Dort setzte er sich weiterhin eifrig für sein Missionswerk ein, Nach dem Einfall der Nationalsozialisten 1939 wurde P. Kolbe verhaftet und eingesperrt, dann aber wieder freigelassen. 1941 verhaftete man ihn wiederum, weil er Tausenden von Flüchtlingen, darunter auch Juden, Zuflucht gewährt hatte, und deportierte ihn ins Konzentrationslager Auschwitz. Sein Werk, die „Stadt der Unbefleckten Gottesmutter“, in der die Franziskaner das wenige, was sie besaßen, mit den Flüchtlingen geteilt hatten, wurde geschlossen.

Am 31. Juli 1941 wurden bei einer Strafaktion nach der Flucht eines Gefangenen aus P. Kolbes Block zehn Männer ausgewählt und zum Hungertod verurteilt. An der Stelle eines jungen Familienvaters bot Pater Kolbe sich selbst an. In der Erwartung des Todes fand Pater Kolbe noch die Kraft, die Mitverurteilten durch gemeinsames Gebet und Gesang zu stärken. Als er nach zwei Wochen im sogenannten Hungerbunker noch lebte, gab man ihm eine Giftspritze.

Pater Kolbes Überreste wurden am Tag des Hochfests der Aufnahme Mariens in den Himmel verbrannt. Einige Jahre zuvor hatte er gesagt: Gern würde ich für die Sache der Unbefleckten Gottesmutter zu Asche verbrennen. Möge sie sich über die ganze Welt verteilen und nichts davon zurückbleiben.

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