Freitag, 6. August 2010

Gott vergißt unsere Sünden


Bei der Lesung der gestrigen Abendmesse aus dem Buch Jeremia – Ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr – kam mir die Predigt unseres Pfarrers zum Sonntag Laetare wieder in den Sinn:
Wenn wir uns Gott vorstellen, als ein höchstes Wesen, als eine schöpferische, intelligente Energie, apersonal, wie einen Überwachungsapparat – allwissend aber steril und kalt, dann werden wir niemals den Mut haben, wirklich neu anzufangen, heimzukehren aus dem Exil, das uns so großartig erschien und das, nichts war als eine große Lüge.

Der indische Jesuit Anthony de Mello, dessen Lehren am Ende mystisch-pantheistisch wurden, hat auch Geschichten notiert, die ganz rechtgläubig scheinen, eine nämlich über eine Frau, die zum Bischof geht, um ihm zu sagen, daß Gott ihr erschienen sei. Der Bischof will das testen und sagt zu ihr: Falls Ihnen Gott wieder einmal erscheint, dann fragen Sie ihn bitte nach der schlimmsten Sünde des Bischofs - und die erzählen Sie mir dann. Die Frau kommt nach ein paar Tagen zurück; der Bischof ist natürlich interessiert: „Was hat Gott gesagt?“ - die Frau antwortet: „Geh zum Bischof und sag ihm: die Sünden des Bischofs? Die habe ich alle vergessen!“

Gott vergißt unsere Sünden vor Freude!

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