Dienstag, 6. Juli 2010

Maria Goretti – Jungfrau, Märtyrin

Verherrlicht Gott in eurem Leib!
(1 Kor 6,20)

Eine der jüngsten Märtyrinnen ist sicher die heutige Tagesheilige, die hl. Maria Goretti. Wie die heilige Agnes, die Patronin der Jungfrauen, erlitt sie das Martyrium im Alter von nur zwölf Jahren. Maria erlitt schwere Verletzungen, als sie gegen die Vergewaltung durch den 19jährigen Nachbarssohn entgehen wollte. Sie wehrte sich heftig und hielt ihm entgegen, daß er für diese Sünde in die Hölle kommen würde. Bei ihrem Widerstand erlitt sie 14 Stichwunden, an denen sie zwei Tage später im Krankenhaus starb. Zuvor vergab sie ihrem Peiniger Alessandro Serenelli und betete um sein Seelenheil.

Ihr Mörder verbrachte viele Jahre im Gefängnis, zunächst reuelos. Im Gefängnis hatte er eine Vision, in der Maria ihm einen Strauß aus vierzehn Lilien gab. Auf diese Vision hin bekehrte er sich. Nach seiner vorzeitigen Entlassung wegen guter Führung vor dem Weihnachtsfest 1937 bat er zunächst Marias Mutter um Vergebung und sie gingen zusammen zur Christnette. Später schloß er sich als Terziar den Kapuzinern von Macerata an, wo er über vierundzwanzig Jahre bis zu seinem Tode 1970 als Gärtner arbeitete. Am 24. Juni 1950 war er bei der Heiligsprechung Maria Gorettis in Rom anwesend.

Die Kirche sieht in den Heiligen leuchtende Vorbilder des Glaubens. Der heroische Tugendgrad, den Maria zweifellos besaß, liegt nicht vor allem darin, daß sie um ihre Reinheit bis zur Hingabe des Lebens kämpfte, sondern, darin, daß sie ihren Nächsten davor bewahren wollte, eine Todsünde zu begehen und daß sie ihrem Mörder verzeihen konnte.

In seiner Predigt am Abend wies der Weihbischof darauf hin, daß es zur Natur des Menschen gehört, daß wir immer wieder sündigen. Die Kraft zur Vergebung aber bringt uns der Heiligkeit nahe.

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