Dienstag, 20. Juli 2010

Margareta von Antiochia – Jungfrau, Märtyrin



Nachdem die $Aufsichtsperson unschlüssig war, ob für die Frühmesse grün oder rot ausgelegt werden soll, die Probe aufs Exempel machte – „Kennen Sie die heilige Margareta?“ – und sie prompt wieder verwarf – „Na ja, Sie kennen die natürlich, aber hinterher heißt es wieder: Die kennt doch keiner!“ –, dachte ich, ich schreibe etwas über die Tagesheilige, die meiner Ansicht nach zumindest im Brauchtum durchaus bekannt ist. Besonders verehrt wird die hl. Margareta offenbar in England, wo ihr über 250 Kirchen geweiht sind. Die Illustration stammt aus dem Stundenbuch von Sarum.

Margareta von Antiochia war eine christliche Jungfrau, deren Leiden uns in frühen Martyrologien in vielen wundersamen Beschreibungen überliefert ist. In der Ostkirche wird sie als Marina verehrt.

Der Überlieferung zufolge war sie die Tochter eines heidnischen Priesters in Antiochia in Pisidien, die von einer christlichen Amme aufgezogen wurde und selbst den Glauben annahm.

In einer der Überlieferungen wurde Margareta von ihrem Vater wegen ihres Glaubens aus dem Haus gewiesen, in einer anderen liefert er sie selbst deswegen an den Statthalter Olybrius aus. So oder so wurde der Präfekt Olybrius auf die Schönheit Margaretas aufmerksam und machte ihr einen Antrag, den sie mit den Worten ablehnte: „Ich habe mich bereits mit Jesus verlobt und kann mich keinem irdischen Mann vermählen; ich kann den Himmel nicht aufgeben und dafür den Staub der Erde wählen!“

Da Olybrius dies naturgemäß als große Demütigung erschien, ließ er Margareta wegen ihres christlichen Glaubens geißeln und ins Gefängnis werfen. Dort erschien ihr in der Nacht Satan in Gestalt eines Drachens, der sie verschluckte. Jedoch spie er sie wegen des Kreuzes, das sie trug unversehrt wieder aus – es soll ihn im Hals gekitzelt haben (wenn das kein guter Grund ist, immer ein Kreuz zu tragen, dann weiß ich auch nicht). In der christlichen Ikonographie ist Margareta daher oft mit einem Drachen dargestellt ("Margareta mit dem Wurm…").

Bei ihrem Martyrium versuchte man vergeblich, sie zu verbrennen und sie zu ertränken, was ihr nichts anhaben konnte, woraufhin sich viele aus der Menge der Zuschauer bekehrten. Schließlich enthauptete man sie und die, die sich bekehrt hatten, vermutlich in der diokletianischen Christenverfolgung 304. Margareta wurde in Antiochia begraben, ihre Reliquien kamen jedoch später nach Montifiascone und Venedig.

Zusammen mit Barbara von Nikomedien und Katharina von Alexandria gehört Margareta zu den sogenannten Virgines capitales, den großen Jungfrauen, im Volksmund „heilige Madl“ genannt. Die Eselsbrücke ist:
Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.

Alle drei gehören zu den 14 Nothelfern. Wegen der Episode mit dem Drachen ruft man Margareta vor allem bei schwierigen Schwangerschaften und Geburten an, daneben ist sie natürlich auch eine der Schutzpatroninnen der Jungfrauen.

Kommt, ihr Töchter, tretet vor den Hern; und euer Antlitz wird leuchten. (Antiphon zur ersten Vesper aus dem Commune für Jungfrauen)

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