Freitag, 23. Juli 2010

Hl. Birgitta von Schweden – Witwe, Ordensgründerin

Darstellung in einem Stundenbuch
des Erlöserordens von 1476
Die heilige Birgitta wurde 1303 auf dem Schloß Finsta bei Uppsala als Kind einer Familie aus dem schwedischen Hochadel geboren. Von Kindheit an hegte sie eine besondere Verehrung für die Leiden Christi. Im Alter von scht Jahren hatte sie nach einer Predigt über die Passion eine Vision des Erlösers am Kreuz, der zu ihr sprach: Sieh mich an, Tochter! Den von ihr gegründeten Orden nannte sie daher später den Orden des allerheiligsten Erlösers, dessen Wahlspruch Amor meus crucifixus est (Meine Liebe ist gekreuzigt) lautet.

Im Alter von nur vierzehn Jahren wurde Birgitta mit dem achtzehnjährigen Ulf Gudmarson, dem Prinzen von von Nercia verheiratet. obwohl sie selbst lieber in ein Kloster eingetreten wäre. Mit Ulf hatte sie acht Kinder; eine ihrer Töchter, Katharina, wurde später ebenfalls heiliggesprochen.

Zeitlebens hatte Birgitta Visionen. Die in ihnen empfangenen Botschaften leitete sie an Regenten, Päpste und Kirchenfürsten weiter.

Nach der Rückkehr von einer gemeinsamen Wallfahrt nach Santiago de Compostela wurde Ulf Zisterzienser, starb jedoch zwei Jahre später. Nach dem Tode Ulfs nahm Birgitta den Schleier als Witwe. 1346 gründete sie in Vadstena den Orden des allerheiligsten Erlösers, einen kontemplativen Doppelorden (eine größere Gemeinschaft von Schwestern lebte mit einer dem Kloster angeschlossenen Gemeinschaft von Priestern unter der gemeinsamen Leitung einer Äbtissin). Die erste Äbtissin des Klosters Pax Mariae in Vadstena wurde ihre Tochter Katharina. Besonders ins Auge fallend ist die Tracht der Birgittinnen: zu einem graunen Habit tragen die Schwestern mit feierlicher Profeß einen schwarzen Schleier, der eine Krone aus drei weißen Leinenbinden mit fünf roten Tropfen, die in Kreuzform angeordnet sind und die fünf Wunden Christi symbolisieren.

Die Schleiernahme der hl. Birgitta  (auch ein
schönes Beispiel dafür, daß Ministranten
früherer Zeiten  ebenfalls mit dem Stemmen
des Meßbuches zu tun hatten)
Auf eine Vision hin ging Birgitta 1349 nach Rom, wo sie sich für die Rückkehr des Papstes aus Avignon einsetzte. In Rom führte sie ein entbehrungsreiches Leben, kümmerte sie sich um Arme und Kranke, pflegte Opfer der Pest und unternahm verschiedene kürzere Pilgerreisen. Sie sollte nie mehr nach Schweden zurückkehren.

Nicht lange vor ihrem Tode unternahm Birgitta im Alter von 69 Jahren eine Wallfahrt ins Heilige Land, während der sie an den verschiedenen Wallfahrtsstätten Visionen der Geschehnisse zu Jesu Lebzeiten hatte. Diese Visionen schrieb sie in den Büchern der Revelationes (Offenbarungen) nieder.

Am 23. Juli 1373 starb Birgitta in Rom. Ihr Leichnam wurde zunächst in der Kirche San Lorenzo in Panisperna beigesetzt, wenige Wochen später wurden ihre Reliquien jedoch in das Kloster von Vadstena überführt, wo sie erst ein Jahr später ankamen. Schon 1391 wurde Birgitta heiliggesprochen, 1999 erklärte sie Papst Johannes Paul zu einer der Patroninnen Europas.

Weltweit gibt es heute dreizehn Klöster des Erlöserordens. Vom mittelalterlichen Zweig blieben nach der Reformation nur noch fünf, davon eines in Altomünster bei Augsburg.

Die Klosterkirche von Vadstena heute
Einige Bilder aus Klöstern des Erlöserordens finden sich hier.

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