Montag, 21. Juni 2010

Ulkige Vögel


Bei der Führung anläßlich einer Küsterfortbildung am Samstag gab es in der gastgebenden Kirche eine Nische mit einem schweren glattsilbernen Vogel drin. Die fatale Neigung, jeweils das erste zu sagen, was mir in den Kopf kommt, habe ich seit einigen Jahren ganz gut im Griff, hier aber hatte sie mich wieder: „Was ist das für eine Ente?“ – Jemand soufflierte hilfreich „Taube“ aus dem Off und ein Blick auf die Füße[1] des Getiers machte es später offenbar: es ist tatsächlich eine Taube, in der die heiligen Öle aufbewahrt werden. Bei Taufen wird sie zum Taufstein getragen, was natürlich eine schöne Sitte ist. Daß der Vogel wohl tatsächlich ziemlich entig geraten ist, stellte sich en passant heraus, vor Ort wird er nämlich wirklich „die Ente“ genannt.



Dabei fiel mir auch dieser unselige Vogel wieder ein, der in der Klosterkirche von Helfta hängt. Geier aller Arten, preiset den Herrn! Die verstorbene Äbtissin M. Assumpta Schenkl sah sich öfter mit der Frage konfrontiert, was das denn für ein Adler|Geier|… ($insert your favorite bird of prey) sei? – Was ist eigentlich an der künstlerischen Darstellung einer Taube so schwer? Da oben in der Ecke fliegt eine schöne.

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[1] „Jo mei! Mer schaut ja net z'erst obs a Schwimmhaut zwischen die Fieß hot!" steuert eine nette Bayerin bei.

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