Mittwoch, 2. Juni 2010

Hochfest des Leibes und Blutes Christi (Fronleichnam)

Das Geheimnis laßt uns künden, das uns Gott im Zeichen bot,
Jesu Leib, für unsere Sünden, hingegeben in den Tod.
Jesu Blut, in dem wir finden, Heil und Rettung aus der Not.
(Hymnus zur zweiten Vesper)


Mit der ersten Vesper beginnt am Abend das Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi, gewöhnlich Fronleichnam genannt. Die Kirche gedenkt an diesem besonderen Fest in Dankbarkeit und Freude der leiblichen Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie (das heißt, in den Gestalten von Brot und Wein bei der heiligen Kommunion). Dieses Fest ist eng verbunden mit der Feier vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag, an dem Christus die Eucharistie eingesetzt hat.
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe:
Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1 Kor 11, 23-26)
Diese zweite Lesung des Festes aus dem Korintherbrief ist zugleich der älteste Text aus apostolischer Zeit, der von der Einsetzung der Eucharistie berichtet. Das Wort Eucharistie bedeutet Danksagung.

An die Heilige Messe dieses Tages, die vielerorts unter freiem Himmel abgehalten wird, schließt sich die festliche Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Straßen an; dabei kann die Prozession an bis zu vier Außenaltären Station machen. An jeder Station wird das Evangelium verkündet, und es wird Fürbitte gehalten für den Ort und alle Bewohner, für unseren Bischof, für die Kirche und die, die ihr dienen, für das Heil der ganzen Welt. Vor und nach der Prozession erteilt der Zelebrant dem Ort und der Stadt den sakramentalen Segen, auf daß der Segen Christi auf uns herabkommen und uns begleiten möge.

Öfters werden in Bezug auf Fronleichnam unter Katholiken die Begriffe „gebotener Feiertag“ und „gesetzlicher Feiertag“ verwechselt: Fronleichnam ist in unserem Bistum ein Arbeitstag, dennoch ist es für Katholiken ein gebotener Feiertag, das heißt, man soll an diesem Tag an der Heiligen Messe teilnehmen und, wenn möglich, auch an der Prozession. Um dies möglichst vielen leichter zu machen, findet das Pontifikalamt am Abend statt – wir haben guten Grund, anzunehmen, daß das Wetter dabei in diesem Jahr optimal sein wird. (In Atem halten können diese Wetterexzesse irgendwie schon. 2007 bogen sich in der Hitze die Kerzen, im letzten Jahr litten Baldachin und liturgische Gewänder unter heftigem Wind und Nieselregen. Bei der Beschirmung „meines“ Kommunionspenders kamen leichte Anklänge an den fliegenden Robert auf.).

Ich halte die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession für eine schöne Möglichkeit, seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen dafür, daß Christus uns sich selbst geschenkt hat und, wie es in der Schrift heißt, bei uns sein wird, alle Tage, bis zum Ende der Welt.

Christus unser Herr, ist das Brot des Lebens – kommt wir beten ihn an!
(Invitatorium zum Hochfest)

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