Freitag, 4. Juni 2010

Hl. Karl Lwanga und Gefährten – Märtyrer


Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. (2 Makk. 7, 14)

Vom Hochfest Fronleichnam verdrängt wurde gestern der Gedenktag des heiligen Karl Lwanga und seiner Gefährten.

Karl Lwanga gehörte zu einer Gruppe von Neugetauften, die die Weißen Väter in nur sechs Jahren des Wirkens in Uganda gewonnen hatten. Viele der seinerzeit ersten Katechumenen erteilten in der Folge selbst den Katechumenen Unterricht. Von diesen Katechumenen lebten viele am Hof des Königs Mwanga II.

Karl Lwanga übernahm nicht nur den Dienst der Vorbereitung von Jungen und jungen Männern am Hof auf die Taufe, er hatte als Anführer der königlichen Pagen auch die Sorge, die Pagen vor dem König zu beschützen, der für seine homosexuellen Neigungen bekannt war. Als der Priester Joseph Mkasa ihn deswegen tadelte, ließ Mwanga ihn enthaupten.

König Mwanga hatte den christlichen Missionaren zunächst wohlwollend gegenübergestanden, entwickelte nun aber einen Groll gegen sie.

Im Mai 1886 rief König Mwanga einen seiner Pagen zu sich, und fragte ihn aus, warum sich dieser ihm entziehe. Als der Page erwiderte, er nehme Katechismusunterricht, wurde König Mwanga wütend, befragte bei der Jagd den Katecheten, Denis Sebuggwawo, darüber und stieß ihm dann selbst einen Speer durch die Kehle. Am Abend erklärte Mwanga öffentlich, er werde all jene, die nicht vom Gebet abließen, töten lassen. Sodann ordnete er an, daß der Hof abgeriegelt und bewacht würde, so daß niemand entkommen könne.

In der Erwartung des Martyriums taufte Karl Lwanga in der Nacht noch vier Katechumenen, unter ihnen der erst dreizehnjährige Kizito. Dann betete er mit ihnen die ganze Nacht hindurch.

Am nächsten Morgen befahl König Mwanga angesichts des ganzen Hofes den Pagen; „Die, die nicht beten, stellen sich hier neben mich, die die beten, gehen dort hinüber!“ Karl Lwanga und fünfzehn weitere junge Männer, alle unter 25 Jahren, traten zu der Wand, auf die der König gezeigt hatte. Von ihnen wollte der König wissen, ob sie Christen seien und bleiben wollten. Als sie mutig mit „Ja!“ antworteten, verurteilte Mwanga sie auf der Stelle zum Tode. Einen der Pagen ließ Mwanga als Opfer zerstückeln, ein anderer wurde zu Tode geprügelt, die meisten erlitten das Martyrium durch Verbrennen bei lebendigem Leib.

Über das Martyrium des heiligen Karl am 3. Juni 1886 lesen wir:
Während sein Körper vom Feuer verzehrt wurde, rief ihm der Henker zu: „Soll doch Gott kommen und dich aus diesem Feuer holen!“ Er antwortete: „Was du Feuer nennst, ist mir nur kühles Wasser. Nimm du dich lieber in acht, daß Gott, den du beleidigst, dich eines Tages nicht in das wahre, niemals erlöschende Feuer taucht.“ Im Augenblick seines Todes rief er mit lauter Stimme: „O mein Gott!“
In der Lesung des Tages heißt es: Sogar der König und seine Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts bedeuteten. So war es auch hier: die Freude, mit der der heilige Karl und seine Gefährten in den Tod gingen, führte viele zum Glauben.

1964 sprach Papst Paul VI. Karl Lwanga und seine Gefährten heilig. Alljährlich pilgern in Afrika Hunderttausende zu den Reliquien der heiligen Märtyrer. Dabei legen viele Pilger Entfernungen von mehreren hundert Kilometer zu Fuß zurück.

Die ugandischen Märtyrer erinnern uns daran, daß die Verfolgung und Ermordung von Christen bis in unsere Zeit hinein andauert. Auch heute werden in aller Welt Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und ermordet. Die Kirche hat seit den Versammlungen der ersten Christen einen weiten Weg zurückgelegt. Heute wie damals ist jedoch das Blut der Märtyrer der Same, der neues Leben hervorbringt.

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