Dienstag, 25. Mai 2010

Nachts um elf, irgendwo in einer kleinen Kirche in der Stadt…


Meist picke ich mir zur Nacht der offenen Kirchen eine Veranstaltung heraus. Diesmal wurde es umständehalber etwas spät. Auf der Suche nach einem Nachtgebet in noch erreichbarer Entfernung ergab es sich, daß zwei katholische Frauen mit einer evangelischen zusammen die Komplet sangen und beteten, wobei eine der Katholikinnen gleich die Kantorin gab, schon weil sie bessere Augen hatte (die Noten auf dem Liederzettel sahen für mich aus wie Mohnkörner).

Aus der gemeinsamen Komplet ergab sich die Idee, sich in Zukunft öfter zum Stundengebet zusammenzufinden, wir wollen erstmal mit einmal in der Woche anfangen. Kreuz und Leuchter kommen von protestantischer Seite, Stundenbücher und Antiphonale von katholischer. Initiiert hat es die Gastgeberin, die sich schneeköniglich über die Komplet gefreut hat.

Anstatt sich im offenen Ungehorsam und gegen den erklärten Willen der betroffenen Kirchen in einer Turnhalle (!) einzufinden, um dort mit aller Gewalt etwas zu demonstrieren (wir fragen uns, ja, was eigentlich genau?) – warum die Ökumene nicht dort suchen und finden, wo sie ohne weiteres möglich ist? Wie das geht, machen uns Gemeinschaften wie die von Taizé ja sehr schön vor.

1 Kommentar:

Zagorka hat gesagt…

Das klingt sehr schön; meine guten Wünsche zur Durchführung!

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