Montag, 24. Mai 2010

Komm, Heiliger Geist – Pfingsten


Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (Apg 2, 1-4)

Im Credo bekennen wir: Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht. Das bedeutet mehr als die Erinnerung an das jenes Pfingstereignis, ohne das es die Kirche nicht gäbe: Der Heilige Geist wirkt in der Kirche und in den Gläubigen fort, durch die Gnadengaben, die er schenkt.

Der heilige Paulus schreibt: Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. (1 Kor 12, 4-7). An anderer Stelle führt der Apostel aus: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. (Gal 5,19-22).

In der Tradition der Kirche bittet die Kirche in den Tagen nach Pfingsten an jeweils einem Tag besonders um eine der Gaben des Heiligen Geistes. Diese Gaben zählt schon der Prophet Jesaja auf, als er vom Messias spricht: Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor … Der Geist des Herrn läßt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. (Jes. 11,1-2)

  • Weisheit (am Pfingstsonntag)
  • Einsicht (Pfingstmontag)
  • Rat (Dienstag)
  • Stärke (Mittwoch)
  • Erkenntnis (Donnerstag)
  • Frömmigkeit (Freitag)
  • Gottesfurcht (Samstag)

Auch heißt es in der Schrift: Wir wissen nicht, worum wir rechter Weise beten sollen. Der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen (Röm 8,26). So ist der Geist selbst auch Fürsprecher – oder wie es in Original heißt Parakletos, Anwalt – derer, die keinen Fürsprecher haben.

Beten wir um die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes, daß wir erkennen, was uns gegeben ist und es so einsetzen, daß es anderen nützt. Beten wir für die Kirche und besonders für diejenigen, die berufen sind, uns auf dem Weg zu leiten: für unsere Bischöfe und Priester.

Viele der Heiliggeist-Hymnen sind außerordentlich schön. Mit am liebsten ist mir GL 250, den ich gern als Hymnus zur Sext nehme, denn bringt wunderbar zum Ausdruck, wie der Heilige Geist in unseren Alltag hinein wirkt:

Komm, o Tröster, Heilger Geist
Licht, das uns den Tag verheißt,
Quell, der uns mit Gaben speist.

Komm und lindre unsre Last,
komm, gib in der Mühsal Rast,
komm, sei bei uns Armen Gast.

Glut, die unser Herz durchdringt,
Beistand, der zum Ziel uns bringt,
ohne den uns nichts gelingt.

Halt uns, wo wir haltlos gehn,
rate, wo wir ratlos stehn,
sprich du, wo wir sprachlos flehn.

Hauch, der Leben uns verleiht,
lenk uns in der Erdenzeit,
führ uns hin zur Seligkeit.

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