Samstag, 8. Mai 2010

Die Eisheiligen


Pankrazi, Servazi und Bonifazi, das sind die drei frostigen Bazi. Und zum Schluß fehlt nie die kalte Sophie – dieser Spruch aus dem Volksmund über die Eisheiligen traf auf unsere Gegend zu. In anderen Gegenden gibt es sicher andere: insgesamt gibt es zwischen drei und fünf Eisheilige. In Norddeutschland etwa ist es ein Gruppenbild ohne Dame.

Bei den Eisheiligen handelt sich um Gedenktage von Heiligen im Mai – Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert –, die noch einmal kaltes Wetter, Nachtfröste und Schnee mit sich bringen können. Dies ist vor allem auch für Bauern und Gartenfreunde interessant. Ich kann mich an einen gemütlichen Abend im Café vor einigen Jahren erinnern, der abrupt ungemütlich wurde, als ein Schneeschauer herniederging und der beste Freund von allen und ich zu ihm nach Hause stürzten, um seine Balkonbepflanzung, die er unvorsichtigerweise schon draußen hatte, in Sicherheit zu bringen.

Ob die Eisheiligen sich dieses Jahr etwas verfrüht haben, bleibt noch abzuwarten, ebenso, ob wir uns nach ca. 1500jährigem Brauchtum wegen der Klimaveränderung künftig auf neue Eisheilige wie etwa "die kalte Katharina" einstellen müssen.

Die Eisheiligen sind:

– Mamertus am 11. Mai (Norddeutschland)
– Pankratius am 12. Mai
– Servatius am 13. Mai
– Bonifatius am 14. Mai
– Sophia von Rom (oder von Mailand) am 15. Mai (Süddeutschland)

Die letzte der Eisheiligen ist Sophia – genannt die kalte Sophie (Sophie mit Betonung auf der ersten Silbe) –, eine wohltätige frühchristliche Witwe, deren drei Töchter Fides, Spes und Caritas (Glaube, Liebe, Hoffnung) gottgeweihte Jungfrauen waren und in der Christenverfolgung unter Kaiser Hadrian in Rom das Martyrium erlitten. Am Tag nach der Bestattung ihrer Töchter wurde auch Sophia hingerichtet.

Einige Bauernregeln:
  • Mamertus, Pankratius, Servatius, stehen oft für Kälte und Verdruß.
  • Pankratius und Servatius sieht man ungern, denn dies sind zwei gestrenge Herrn!
  • Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bis Sophie vorüber ist.
  • Servaz und Sophie vorbei, dem Bauern Nachtfrost einerlei.
  • War vor Servaz kein Sommer, so kommt nach Servaz kein Frost.
  • Kalte Sophie, so wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte dahergerannt!
  • Liegt der Bauer tot im Zimmer, so lebt er nimmer.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die letzte Regel ist aber nicht an den Kalender gebunden, sondern universell, oder?

Bei uns (Österreich) heißt es statt der kalten auch die "böse Sophie" - weil die ins allgemeine Frühlingserwachen wieder einmal eiskalt hineinfährt ...

Zwetschgerich

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