Dienstag, 11. Mai 2010

Bittage


Die Bittage fallen auf den 25. April (großer Bittag) und die drei Tage vor dem Fest Christi Himmelfahrt (kleine Bittage). Der große Bittag, der in keiner Verbindung mit dem Fest des Evangelisten Markus steht (der viel später auf dieses Datum gelegt wurde), scheint ältesten Datums zu sein und wurde als Gegenstück zu den römischen Robigalia eingeführt, an denen die Heiden Prozessionen abhielten und zu ihren Göttern beteten. Papst Gregor (der Große, † 604) führte den Brauch des großen Bittags für die gesamte Kirche ein. (Catholic Encyclopedia)

Im Jahre 470, in dem es eine ungewöhnliche Häufung von Katastrophen gab – Stürme, Überflutungen und Erdbeben – führte Erzbischof Mamertus drei jährliche Bußtage vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein. Er ordnete an, daß die Gläubigen an diesen Tagen keine knechtlichen Arbeiten verrichten sollten. Stattdessen sollten sie fasten und beten und an jedem dieser Tage Bußprozessionen abhalten.

Flurprozession bei
Villingen-Schwenningen
Bei diesen Prozessionen wurde die Allerheiligenlitanei gesungen. Nach der Anrufung Sancta Maria setzte sich die Prozession in Bewegung, wobei jede Anrufung und Erwiderung wiederholt wurde. Bei entsprechender Länge des Umgangs begann man entweder mit der Litanei von vorn oder betete Buß- und Gradualpsalmen. Im Brevier fand sich der Hinweis, daß alle zum Halten des Stundengebets Verpflichteten, die nicht an der Prozession teilnahmen, zum Beten der Litanei verpflichtet waren.

Der erwähnte Bischof Mamertus aus Gallien ist übrigens der Heilige, dessen Gedenktag die Kirche heute begeht, und gehört in Norddeutschland zu den Eisheiligen.

Der Brauch der Bittage hat sich – ohne das Fasten – bis heute erhalten. Im ländlichen Raum gibt es die sogenannten Bittgänge – Flurprozessionen, bei denen besonders um das Gedeihen der Aussaat gebeten wird. In der Liturgie feiert die Kirche die Bittmessen.

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