Dienstag, 13. April 2010

Von der schweren Kunst, Nein zu sagen

Wohl jeder kennt das Gefühl, wenn man sich an ein permanentes Mißbehagen oder einen Schmerz gewöhnt hat – und an die plötzliche Erlösung, wenn es auf einmal verschwunden ist. So geht es mir gerade.

Seit längerer Zeit möchte ich einen bestimmten Dienst nicht mehr verrichten (ich habs getragen sieben Jahr, ich kanns nicht tragen länger mehr). Nun habe ich die entsprechende Konsequenz gezogen, mit schlechtem Gewissen, denn es kommt zu Lasten einer $Aufsichtsperson, die nichts dafür kann. Andererseits läßt die Tatsache, daß man buchstäblich über Jahre keinen anderen finden konnte, der das machen will, tief blicken.

Im geistlichen Leben ist es manchmal besonders schwer, auch einmal Nein zu sagen (ich kann es ohnehin nicht gut), zumal wenn man um der Kirche willen von Christus in Dienst genommen[1] ist. Dennoch muß man es um des eigenen Seelenheils zuweilen tun.

Jedenfalls habe ich mich am Samstag gefühlt, als hätte ich schulfrei. Ich bin dann tatsächlich schwimmen gegangen.

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[1] aus dem Ritus der Jungfrauenweihe, bei der Übergabe des Schleiers

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