Donnerstag, 29. April 2010

Hl. Katharina von Siena – Jungfrau, Kirchenlehrerin


Selten nur könnt ihr die wirkliche Zelle genießen, aber die innere Zelle, die Zelle des Herzens, sollt ihr stets mit euch tragen. (Hl. Katharina von Siena)

Die heilige Katharina ist eine der größten Heiligen, die die Kirche hervorgebracht hat. Sie wurde 1347 in Siena geboren, als jüngstes von mehr als zwanzig Kindern. Als Kind war sie in der Nachbarschaft wegen ihrer fröhlichen Art bekannt. Im Alter von sechs Jahren hatte sie eine Vision Gottes und seiner Heiligen, die sie schließlich dazu bewog, sich im Alter von 16 Jahren dem dritten Orden des heiligen Dominikus anzuschließen – gegen den Widerstand ihrer Eltern, die sie lieber verheiraten wollten. Zunächst führte ein Leben des intensiven Gebets, kümmerte sich aber auch um Arme und Kranke.

Zu jener Zeit waren die Päpste im Exil in Avignon und das Papsttum hatte sich zu einem hochpolitischen Amt entwickelt. Über 380 Briefe ließ Katharina, die selbst nicht schreiben konnte, an ihre Familie, an Könige und Päpste schreiben.

Am 29. April 1380 starb Katharina, schwer krank, im Alter von nur 33 Jahren in Rom. Wegen ihrer überragenden Liebe zur Kirche, die das Tagesgebet ein loderndes Feuer nennt, erhob Papst Paul VI. die heilige Katharina 1970 zur Kirchenlehrerin. Seit 2000 ist sie auch Mitpatronin Europas.

Das Grab der Heiligen in der Kirche Santa Maria sopra Minerva in Rom.  Es enthält
ihre sterblichen Überreste, mit Ausnahme des Hauptes, das sich in Siena befindet.
An Papst Gregor XI. und an seinen Nachfolger Urban VI. schrieb Katharina Briefe, die von Respekt und Liebe, zugleich aber von ungewöhnlicher Furchtlosigkeit zeugen. 1376 reiste Katharina nach Avignon, um den Papst davon zu überzeugen, nach Rom zurückzukehren.

An Papst Gregor:
…so der herrliche Bannerträger Paulus, der aus einem Wolf ein Lamm und ein Gefäß der Auserwählung wurde. Durch die ganze Welt trug er das Feuer, mit dem Christus ihn angefüllt. Die Christen bekehrte er von ihren Lastern zur Tugend, die Heiden befreite er von ihrem Irr- und Unglauben und schenkte ihnen das Licht des heiligen Glaubens. So will und befiehlt auch Ihnen die ewige Wahrheit: Was Sie geschenkt bekommen haben, sollen Sie auch wieder verschenken! Frieden, Frieden, Frieden, mein bester Vater, nicht mehr Krieg! Laßt uns gegen unsere Feinde ziehen mit der Waffe des heiligen Kreuzes, mit dem Schwert des süßen, heiligen Gotteswortes! … Keine Bitterkeit, die niederbeugt, sondern Bitterkeit, die uns aufrüttelt, das heißt die Bitterkeit, die wir ob der dem Namen Gottes angetanen Schmach empfinden … Der Schmerz und die Liebe, die mich für die Ehre Gottes und die Erhöhung der heiligen Kirche erfüllen, mögen mich Ihrer Güte empfehlen. Lieber würde ich es Ihnen mündlich sagen als schriftlich. Denn ich glaube dann meinen Gefühlen freieren Lauf lassen zu können.
an Papst Urban:
Bester Vater, die Welt kann nicht mehr weiter. So sehr haben sich die Laster gehäuft, besonders bei jenen, die im Garten der heiligen Kirche als duftende Blumen gepflanzt worden sind, um den Duft ihrer Tugenden auszuatmen. Stattdessen müssen wir sehen, wie sie angefüllt sind mit elenden und ruchlosen Lastern, mit denen sie die ganze Welt verpesten. Ach, wo bei ihnen ist noch Reinheit des Herzens und vollendete Ehrenhaftigkeit zu finden?

Die mystische Vermählung der hl. Katharina

Am 13. April 1375 empfing Katharina, vor einem Kreuz kniend, Stigmata in Form der Dornenkrone Christi, weshalb sie auch mit einer Dornenkrone dargestellt wird. Diese Stigmata waren zunächst sichtbar, Katharina betete aber aus Demut darum, sie möchten unsichtbar werden, woraufhin sie verschwanden.

Nach der Rückkehr der Päpste nach Rom und dem daraus folgenden Schisma begab sich Katharina auf Wunsch des Papstes Urban nach Rom. An ihn schrieb sie:
Ich werde nie aufhören, solange ich lebe, Sie schriftlich und mündlich mit Bitten aufzustacheln, bis ich in Ihnen und in der heiligen Kirche das sehe, wonach meine Sehnsucht steht. Dafür möchte ich mein Leben hingeben.
Katharina hat sich nicht enttäuscht oder angeekelt von der Kirche abgewendet. Sie ergab sich nicht der Bitternis und Frustration oder einem Gefühl, nicht genügend gewürdigt zu werden: Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten. Sie tat das, worin sie ihre Berufung sah, an den Orten, wohin Gott sie rief. In der ersten Lesung zu ihrem heutigen Fest heißt es: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. (1 Joh 1, 6)

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