Mittwoch, 28. April 2010

Für seinen Namen Schmach erleiden


Elsa und in der Folge auch Alipius berichten über Anfeindungen in der Öffentlichkeit gegenüber Menschen, die durch ihre Kleidung als gottgeweihte Personen erkennbar sind, vor allem Priester. So etwas tut mir wirklich im Herzen weh. Mir selbst hat es von jeher besonderes Zutrauen eingeflößt, wenn einer als katholischer Priester erkennbar ist.

In unserem Bistum tragen die Priester erfreulicherweise Priesterkleidung, was ich auch ganz wichtig finde. Ich hoffe wirklich, daß es ihnen dabei nicht so ergeht wie in einigen der beschriebenen Fälle.

Wie es mit den Ordensfrauen ist, kann ich nicht so genau sagen. Kommentare wie der in der U-Bahn-Linie 7 – „Guck mal, Pinguine!“ –, als ich einmal mit einem Rudel anläßlich einer Obsternteaktion exklaustrierter Karmelitinnen unterwegs war, sind ja eher unfreiwillig komisch (als wir uns auch noch verfuhren, weil der Ortkundigen unter uns, die die Welt schon vor einiger Zeit zum letzten Mal gesehen hatte, zwischenzeitlich entfallen war, daß Bus und Bahn jeweils in zwei Richtungen fahren und wir grade in die falsche unterwegs waren, worauf sich der halbe Bus über die weltfremden Nonnen kaputtlachte, war endgültig Albernheit angesagt).

In meinem „Outfit“ hatte ich bisher fast nur positive Reaktionen. Selten bin ich angepöbelt worden und nur eine einzige unter meinen Nachbarn mußte mir im Hausflur eröffnen, daß sie Kirche „voll Sch***ße“ finde, allerdings lag in allen diesen Situationen der Verdacht nahe, daß sich diejenigen einfach an sich gern danebenbenehmen. Einmal allerdings hat mich eine junge Frau getreten, und hier glaube ich, war es wirklich wegen meines Schleiers, denn die Reaktion auf meinen unwillkürlichen Schmerzenslaut wegen eines soliden Tritts mit einem Winterstiefel gegen den bestrumpften Knöchel war keine Entschuldigung, sondern ein zufriedenes Lächeln, für das wirklich nur der Ausdruck „maliziös“ paßt. Der Freund der jungen Frau, der ob dieser Reaktion eine rote Rübe bekommen hat, hat sich dann für sie entschuldigt. In einem solchen Fall kann man eigentlich nur an die Apostel denken:

Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. (Apg 5, 41)

Kommentare:

Alipius hat gesagt…

Tapfer!

Du hättest irgendwie noch das "schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen" mit reinbringen sollen. Ich weiß, das ist erst Kapitel 13, aber ich finde diesen Brauch einfach zu klasse.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ja, dieses Bild hat wirklich was. Liest man die Verse um die Szene im Hohen Rat herum, wird allerdings schnell deutlich, daß sich die Apostel davon nicht aus dem Konzept bringen ließen:
Sie stimmten ihm zu, riefen die Apostel herein und ließen sie auspeitschen; dann verboten sie ihnen, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei. Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. Und Tag für Tag lehrten sie unermüdlich im Tempel und in den Häusern und verkündeten das Evangelium von Jesus, dem Christus.

Ulrich hat gesagt…

vere dixisti!

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