Dienstag, 23. März 2010

Palmzweigbinden


Am Palmsonntag feiern wir den festlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Da in unseren Breiten keine Palmen wachsen, wurde als Ersatz eine der ersten blühenden Pflanzen, die kurz vor der Blüte stehenden Kätzchen der Salweide (Salix caprea) verwendet, und mit anderen Pflanzen zu einem Palmbuschen gebunden. Wie etwa ein Stoderer Palmbuschen gemacht wird, kann man hier sehen und nachlesen.

Die Palmbuschen werden vom Zelebranten am Palmsonntag im Ritus der Palmweihe vor der Kirche oder an einem anderen Ort außerhalb der Kirche – etwa dem Dorfplatz – geweiht. Von dort ziehen die Gläubigen in einer festlichen Prozession in die Kirche, traditionell unter dem Gesang des schönen Prozessionsliedes Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser und König (Gloria laus et honor). Im ländlichen Raum führt die Prozession auch um die Felder, um den Segen für eine gute Ernte zu erbitten.

Zuhause findet der Palmzweig seinen Platz hinter dem Kreuz oder im Herrgottswinkel. Aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres gewinnt man vor der nächsten Fastenzeit die Asche für die Spendung des Aschenkreuzes.* Daß auf diese Weise etwas dem weltlichen Gebrauch Entzogenes nicht weggeworfen, sondern erneut für die Spendung eines Sakramentales verwendet wird, ist ein schöner Gedanke.

In unserer kleinen Akademiekirche binden die Küsterin und ich die Palmbuschen für die Gemeinde selbst und schmücken das Kreuz festlich – etwas, das mir im letzten Jahr sehr viel Freude bereitet hat. Auch schmücken wir am Karsamstag für Ostern und bereiten das Osterfeuer vor. Zur Übersicht der Gottesdienste in der Katholischen Akademie in den Kar- und Ostertagen geht es hier lang.

___
* Sollte man nicht soviel Asche benötigen, kann man die Palmzweige auch im Osterfeuer des nächsten Jahres verbrennen lassen.

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...