Samstag, 13. März 2010

Laetare


Freue dich, Stadt Jerusalem!
Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart.
Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung. (Jes 66, 10-11)


Der vierte Fastensonntag wird gemeinhin Laetare genannt, Freue dich, nach dem lateinischen Introitus Freue dich, Jerusalem! Wie der dritte Adventssonntag stellt dieser Sonntag gewissermaßen das Bergfest der für das Hochfest bereitenden Bußzeit dar (die tatsächliche „Halbzeit“ war am vergangenen Donnerstag der dritten Fastenwoche).

Der Sonntag Laetare soll auch die Augen und Ohren erfreuen, daher haben wir Blumen für den Altarschmuck, ein Orgelnachspiel und – zumindest in der Heiligen Messe der Akademiegemeinde – auch rosa Paramente. In der liturgischen Farbe Rosa, die nur an den Sonntagen Laetare und Gaudete getragen werden kann, scheint durch das Violett der Bußzeiten das Weiß des nahenden Festes quasi schon hindurch. Im Altertum war der Farbstoff, der zum Färben rosenfarbener Gewänder benutzt wurde, besonders kostbar, da er aus einer Murexschnecke gewonnen wurde, die man an den Küsten des Libanons findet.

Father Dwight Longenecker schreibt darüber, daß der Hohepriester im Jerusalemer Tempel aus diesem Grunde rosenfarbene Gewänder getragen habe und fährt fort:
Die rosa Gewänder in der Fastenzeit erinnern uns an das königliche Priestertum unseres Herrn. Der Priester ist, wenn er in persona Christi handelt, ein Abbild Christi, des Königs und Hohenpriesters. Die Tatsache, daß uns dieses Bild inmitten der beiden Bußzeiten vor Augen gestellt wird, erinnert uns daran, daß sich, eingeschlossen in die Entsagung dieser Welt und gekleidet in die Erbärmlichkeit und Einfachheit des menschlichen Fleisches, der Hohepriester des neuen Bundes verbirgt: Christus, der König der Könige und Herr der Herren.
Mitten in der Wüste der Fastenzeit und vor Eintritt in die Passionszeit, in der nach alter Tradition das Kreuz verhüllt wird und der Herr nach Jerusalem hinaufzieht, soll uns die verhaltene Festlichkeit des Sonntags Laetare eine kleine Oase der Hoffnung und Ermutigung sein und uns die nahende Freude des Osterfestes aufscheinen lassen, damit wir, wie es im Tagesgebet heißt, mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilen.

1 Kommentar:

Elsa hat gesagt…

off topic: Bitte schicke mir eine Mail, meine Addy steht links in der Leiste auf meinem Blog.

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