Mittwoch, 31. März 2010

Karmetten in der Hedwigskathedrale


Christus, der Herr, hat für uns den Tod erlitten und wurde ins Grab gelegt:
kommt, wir beten ihn an!
(Antiphon zum Invitatorium am Karsamstag)

Der Name Karwoche kommt von kara, Trauer, Wehklage. In dieser Woche versenken wir uns verstärkt in das Leiden unseres Herrn Jesus Christus.

An den drei Kartagen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag werden in der Unterkirche der St. Hedwigskathedrale um 8:30 Uhr feierliche Karmetten gesungen (Matutin und Laudes). Dabei singen Domkapitel und Gläubige im Wechsel mit der Schola der Priesteramtskandidaten.

Traditionell brennt während der Karmetten ein besonderer Leuchter, mancherorts Lichtrechen genannt. Von den auf diesem Leuchter brennenden Kerzen wird nach den Psalmen jeweils eine Kerze gelöscht.

Ein weiteres typisches Element ist der Gesang der Klagelieder des Jeremia (Lamentationes) in den Lesungen. Diese beginnen mit der Einleitung Incipit lamentatio Jeremiae prophetae und münden in die flehentliche Aufforderung Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum (Jerusalem, Jerusalem, kehr um zum Herrn, deinem Gott).

Mit Jerusalem ist hier zunächst das Jerusalem gemeint, dem der Evangelist zuruft: Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die zu dir gesandt sind (Mt. 23, 37). Es ist aber auch Sinnbild für die Kirche Christi und die einzelne menschliche Seele. Kehre uns Herr, dir zu, dann können wir uns zu dir bekehren. (Klagelieder 5, 21)

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