Donnerstag, 18. März 2010

Hl. Josef – Bräutigam der Gottesmutter Maria



Geh, o Josef, und bringe frohe Kunde von den Wundern:
Die Jungfrau sahest du gebären,
ein Loblied sangest du mit den Hirten,
ein Knie beugtest du mit den Weisen
und der dich unterwiesen hat,
ist der Engel des Herrn.
Bitte Christus, unsern Herrn,
daß er uns errette. (Byzantinisches Troparion)

Der heilige Josef ist buchstäblich ein stiller Heiliger – es ist uns ist uns kein einziges Wort von ihm überliefert. Über sein Leben wissen wir wenig. Und doch war ihm etwas Einzigartiges anvertraut: der Schutz der Heiligen Familie. Für sie tat er das schlichte, naheliegende und unspektakuläre: er sorgte für sie, zunächst für seine Braut, die er trotz der Tatsache, daß sie nicht sein Kind erwartete, nicht verließ, dann auf der Herbergssuche, bei der Flucht nach Ägypten, während des einfachen Lebens in Nazareth und schließlich bei der schmerzvollen Suche nach Jesus im Tempel. Kurz: Er, der gerecht war, war immer da, wenn er gebraucht wurde. Josef ist ein Heiliger des schweigenden Gehorsams und der Erfüllung dessen, was er als gerecht erkannte.

Was aus Josef geworden ist, ob er ein junger oder ein älterer Mann war, mit Maria in erster oder in zweiter Ehe verheiratet – es ist uns nicht bekannt, die Evangelien verraten es uns nicht. Es scheint wahrscheinlich, daß Josef zur Zeit, als Jesus sein öffentliches Wirken begann, bereits nicht mehr lebte, denn in der Schrift heißt es: Seine Mutter und seine Brüder kamen und fragten nach ihm… (Mk 3, 31-33). Wäre Josef an dieser Stelle nicht auf jeden Fall erwähnt worden, wenn er noch gelebt hätte?

In der christlichen Ikonographie wird Josef oft als älterer oder gar alter Mann dargestellt, wohl um der Vorstellung Ausdruck zu geben, es könne sich bei ihm um einen Witwer mit eigenen Kindern gehandelt haben, jedenfalls um einen, den Gott zum keuschen Beschützer der jungfräulichen Gottesmutter und des Jesuskinds bestimmte, weshalb ihn die Kirche auch den Bräutigam der Gottesmutter Maria nennt, nicht den Ehemann. Als Attribut seiner enthaltsamen Keuschheit trägt der Heilige oft eine weiße Lilie, das Symbol der Reinheit, in der Hand. Eine solche Lilie wird oft auch auf Verkündigungsbildern der künftigen Gottesmutter durch den Engel überreicht. Der heilige Hieronymus schreibt über die keusche Enthaltsamkeit Josefs:
Du sagst, Maria ist nicht jungfräulich geblieben. Ich hingegen möchte gerne etwas viel Radikaleres behaupten: daß Josef, aus Rücksicht auf Maria, ebenfalls jungfräulich blieb, damit ein jungfräulicher Sohn in einer jungfräulichen Ehe geboren werden kann. Nachdem es für einen heiligen Mann wie Josef, keinen Platz für Unzucht gab und nachdem nicht geschrieben steht, dass er eine andere Frau hatte und er für Maria, die als seine Ehefrau galt, mehr ein Beschützer als ein Ehemann war, wir daraus schließen können, daß er, der von Jesus Vater genannt wurde, wie Maria, auch jungfräulich geblieben ist.
Zur Zeit der Kreuzigung seines Ziehsohnes war Josef wohl tatsächlich nicht mehr am Leben, denn Jesus vertraut in seiner letzten Stunde seine Mutter dem Schutz des Lieblingsjüngers an. Da man davon ausgeht, Josef sei bereits früher gestorben, leitet sich daraus auch die Annahme her, Maria und Jesus müßten in seiner Todesstunde bei ihm gewesen sein. Aus diesem Grunde ruft man den Heiligen vielerorts als Patron für eine gute Sterbestunde an.

Da ich immer in der Diaspora gelebt habe, kann ich nicht sagen, inwieweit der Brauch, der Anrufung des Heiligen bei Grundstücksgeschäften dadurch Nachdruck zu verleihen, daß man ein Heiligenbildnis über die Grundstücksmauer wirft oder auf dem Grundstück vergräbt, das man zu kaufen beabsichtigt, hier verbreitet ist. Daß man den Heiligen hierbei anruft, hat sicherlich damit zu tun, daß es ihm stets gelungen ist, auch unter widrigen Umständen seiner Familie eine Zuflucht zu schaffen.

Der heilige Gregor von Nazianz konstatiert daß, obwohl der heilige Josef ein armer Mann gewesen sei, der Reichtum seiner Tugenden und seiner Verdienste ihn den größten und edelsten Männern auf Erden gleichstellte.

1 Kommentar:

Stefan hat gesagt…

Obwohl Josef kein Ehemann im heutigen Sinne gewesen sein mag, ist er doch das leuchtende Vorbild für alle Ehemänner.

Er hat Jesus so sehr geliebt und er hat Maria so sehr geliebt. Das will ich auch!

Danke Gott, dass Du Deinen Sohn dem gerechten Josef anvertraut hast und dass wir uns Josef anvertrauen dürfen als Brüder und Nachfolger Christi.

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