Samstag, 27. März 2010

Dominica in palmis de passione Domini (Palmsonntag)


Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser und König!
Jubelnd rief einst das Volk sein Hosianna dir zu.
Du bist Israels König, Davids Geschlechte entsprossen,
der im Namen des Herrn als der Gesegnete kommt.

Dir lobsingen im Himmel ewig die seligen Chöre;
so auch preist dich der Mensch, so alle Schöpfung zugleich.

Einst mit Zweigen in Händen eilte das Volk dir entgegen;
so mit Lied und Gebet ziehen wir heute mit dir.

Dort erklang dir der Jubel, als du dahingingst zu leiden;
dir, dem König der Welt, bringen wir hier unser Lob.

Hat ihr Lob dir gefallen, nimm auch das unsre entgegen,
großer König und Herr, du, dem das Gute gefällt.

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Seht, dein König kommt zu dir: er ist gerecht und hilft, er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen einer Eselin. Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Euphrat bis an die Grenzen der Erde. – so heißt es beim Propheten Sacharja über den verheißenen Messias. Jesaja nennt ihn: Immanuel – Gott mit uns –, wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.

Die Evangelium des Matthäus und Lukas schildern ausführlich den feierlichen Einzug Christi in Jerusalem. Obwohl der Herr arm und demütig auf einem Esel in die heilige Stadt einreitet, ist dieser Einzug ein triumphaler. Die Menschen bringen Palmen und Ölzweige mit, antike Symbole des Königtums und des Friedens. Man ruft ihn flehentlich zu Hosanna – rette uns! Man jubelt ihm zu Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

Darum begannen schon in der frühen Kirche zum Palmsonntag Prozessionen zur Erinnerung an Christi festlichen Einzug. In Jerusalem wurden Palm- und Ölzweige zur Prozession verwendet, bei uns sind es vorwiegend Buchsbaum, Weidenkätzchen, auch Wacholder und blühende Zweige. Zu Beginn der Prozession werden die Palmzweige vom Priester gesegnet, mit Weihwasser besprengt und beweihräuchert.

Die Kirche nennt diesen Sonntag liturgisch den Palm- und Passionssonntag. In der feierlichen Lesung der Passion wird das Unterschwellige deutlicher:

Der triumphale Einzug Jesu, des Königs, mündet in seine Demut und Hingabe, als der verheißene Gottesknecht alle Schmerzen und alles Leiden der Welt auf sich zu nehmen. Seine Königskrone wird nicht aus Gold sein, sondern es ist die Dornenkrone des Karfreitags.

Der Tag der Auferstehung, der an jedem Sonntag aufscheint, ist nun nicht mehr fern. Doch auf dem Weg dahin liegt noch die Passion, die Gottesferne und die Gottverlassenheit – Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Die Liturgie der Heiligen Woche, die die Kirche uns einlädt, mitzufeiern, ist gekennzeichnet von Prozessionen und Wegen, die wir mit dem Herrn gehen wollen: der festliche Einzug in Jerusalem, der Weg in eine Nacht der Angst und Verlassenheit am Ölberg und schließlich der Weg hinauf nach Golgota, wo sich Jesu Wort erfüllt: Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.

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