Dienstag, 2. März 2010

Berührungsreliquien


Bei der sehr schönen Veranstaltung gestern nachmittag in der katholischen Akademie zu den Hintergründen zur Ausstellung über die internationalen Freundschaftsbeziehungen der Maritains erwähnte der vortragende Christoph Karlson etwas, das ich mir so noch gar nicht so recht bewußt gemacht habe: in der Ausstellung über Jaques und Raïssa Maritain befindet sich außer vielen anderen interessanten Exponaten (unter anderem etwa ein Briefwechsel mit Thomas Merton) auch ein Brief Edith Steins – eine sogenannte echte Berührungsreliquie.

Reliquien zweiter Klasse, auch echte Berührungsreliquien genannt, sind Gegenstände, die der Heilige zu seinen Lebzeiten berührt hat. (Daß es sich bei dem Pallium des Erzbischofs eigentlich um eine mittelbare Berührungsreliquie des hl. Petrus handeln müßte, finde ich irgendwie auch faszinierend.)

Über Maritain läßt sich als interessantes Detail noch einflechten, daß er als Witwer im Alter von 88 Jahren, nachdem er zuvor schon 10 Jahre bei und mit ihnen gelebt hatte, bei den Kleinen Brüdern Jesu eingetreten ist. Wegen seines hohen Alters durfte er nach dem kanonischen Noviziatsjahr dann allerdings gleich die feierliche Profeß ablegen.

Die Ausstellung Les grandes amitiés (die großen Freundschaften) ist in den „Kreuzgängen“ rund um die Kirche St. Thomas von Aquin noch bis zum 30. März fast rund um die Uhr zu sehen.

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