Freitag, 26. Februar 2010

The secret dreamworld of a veiloholic


– von Schleiern, Hauben, Engeln und Zeichen
Darum soll die Frau ein Zeichen der Hoheit auf dem Haupte tragen, der Engel wegen. Im übrigen gilt im Herrn weder Frau anders als Mann noch Mann anders als Frau; denn wie die Frau aus dem Mann, so ist auch der Mann durch die Frau, alles aber aus Gott. Urteilt bei euch selbst: Ist es schicklich, daß eine Frau unverhüllt zu Gott betet? Lehrt euch nicht schon die Natur, daß es dem Mann, wenn er langes Haar trägt, nicht zur Ehre gereicht? Trägt aber die Frau langes Haar, gereicht es ihr zur Ehre. Denn das Haar ist ihr als Schleier gegeben. Wenn jedoch jemand glaubt, widersprechen zu müssen – wir haben eine derartige Sitte nicht, und auch nicht die Gemeinden Gottes. (1 Kor 11, 10-15)

Meine erste und bisher einzige Begegnung mit der altkatholischen Kirche fand quasi in meinem Hinterhof statt. Der Balkon meiner Wohnung ging damals auf den Hof und das Gemeindehaus der altkatholischen Kirche hinaus. Dies hatte zum einen zur Folge, daß wir Mieter nach dem Einzug von der Gemeinde gleich einmal prophylaktisch gebeten wurden, uns doch bitte auf dem Balkon immer recht züchtig zu kleiden. Man hatte wohl Sorge um die Gemeindeglieder… Umgekehrt konnte ich das Faszinosum beobachten, daß die Altkatholikinnen zum Gottesdienst immer einen Hut trugen. Dieser konnte groß sein wie ein Wagenrad oder so winzig wie ein Muttermal, egal, Hauptsache, der Form war Genüge getan. Wie ein Damenhut allerdings überhaupt die Entsprechung der vom Apostel gewünschten Macht auf dem Haupt sein soll, ist mir seit damals noch nicht recht klargeworden.

Wenn ich finde, Frauen sollen ihr Haar bedecken oder, von mir aus, sie bräuchten eine Macht über ihrem Haupt – ich will das inhaltlich gar nicht bewerten – dann sollte das Zeichen auch als solches erkennbar sein, und dann trage ich als Katholikin zum Beispiel einen Kommunionschleier und keinen stilisierten Pfannkuchen auf dem Kopf. Wie man mit etwas Glück zu einem schönen Kommunionschleier kommen kann, sieht man sehr schön hier bei Elsa.

Wir wissen letztlich nicht, was der Apostel genau gemeint hat, schließlich spricht er davon, daß der Frau das lange Haar anstelle eines Schleiers gegeben ist. Auch bin ich keine große Schriftgelehrte. Leicht eigenartig bzw. schwer verständlich erscheint mir der Nachsatz (je nach Übertragung) um der Engel willen, mit Rücksicht auf die Engel sogar um der Begehrlichkeit der Engel willen. Ich traue einem Engel einiges zu, nicht aber jedoch, daß er seine Begehrlichkeit angesichts meiner Haare nicht in den Griff kriegen oder Männer und Frauen wegen uneindeutiger Haartrachten von oben nicht unterscheiden kann (wie etwa Max Weremchuk in Ein fast unbemerkter Verlust postuliert). Sehr schön allerdings finde ich seinen Verweis auf den Schleier aller Schleier – das Schweißtuch der Veronika:
Was ist mit Veronika? Als sie Jesus sah, wie er sein Kreuz trug, nahm sie ihre Kopfbedeckung und gab sie ihm, so daß er sein Gesicht damit abwischen konnte. Er gab sie ihr zurück mit einem Abdruck seines Gesichtes darauf. Wäre das heute möglich?
Kurzum: wer als Christin einen Schleier oder ein Häubchen tragen möchte, sollte dies in voller Freiheit tun dürfen, ohne komisch angesehen zu werden. Eine kleine Bildergalerie christlicher Kopfbedeckungen, wie sie bis in unsere Zeit getragen werden:

Diakonissenhaube

Prayer cap der Amischen

eine ähnliche Kopfbedeckung bei den Shaking Quakers

kleine Mädchen bei den Hutterern

Kurzform eines Schleiers, wie er von Mennonitinnen getragen wird, wegen seiner Form auch „Kerchiev" (Tüchlein) genannt




zwei Gebetsschleier

Kommunionschleier in der katholischen Kirche

1 Kommentar:

C. hat gesagt…

Hallo!
Vielen Dank für den schönen Artikel. Ich trug jahreslang täglich eine Kopfbedeckung. Jetzt trage ich keine mehr - jedoch trage mein Haar lang und ich schneide es auch nicht.
In der Zeit, in welcher ich eine Kopfbedeckung trug, gehörte ich verschiedener, konservativer "Plain Churches" (also Kirchen mit täuferischem Hintergrund, die an ihrer einfachen und schlichten Kleidung zu erkennen sind, sowie der bescheidenen, auf der Bergpredigt basierenden Lebensweise). Die junge Frau mit der transparenten Kappe, gehörte übrigens den Germanb Baptist Brethren an, erkennt man an der Machart und an der Art und Weise wie sie gebunden ist :-) ---- Aber ich kann auch nur grob die katholischen Matillas unterscheiden ;-)
Gott segne Dich!

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