Donnerstag, 11. Februar 2010

Gedenktag unserer lieben Frau in Lourdes

Lourdes war in Gabrielles Erinnerung ein hell loderndes Feuer. Tausende von Kerzen, inbrünstige, flehende Rufe und Sonnenaufgänge über dem weiten Platz, auf dem in endlos scheinenden Reihen Tragbahren mit Kranken standen, die auf einen Priester warteten, der mit der Monstranz kommen würde, in deren goldenem Kreuz sich die Sonne spiegelte. Nach jeder Segenserteilung ertönte eine neue Stimme, die sich heiser, hysterisch, schreiend oder murmelnd mit dem Luftschwall mischte, der die glitzernde Prozession wie eine Woge begleitete und die sich nicht brach, eher der letzte gekrümmte und verzerrte Körper gesegnet war. O Jesus, Sohn Davids, heile mich."

Und es geschahen Heilungen, wie sie aus Röntgenaufnahmen, vor und nach dem Bad im Wasser der heiligen Bernadette gemacht, erstehen konnte; Veränderungen in den Geweben, ja sogar dann und wann in der Knochenstruktur, ließen sich davon ablesen, als seien sie mit Druckschrift geschrieben.

Auf der Rückfahrt nach Belgien hatte sie ebenso viele Patienten zu betreuen wie auf der Hinfahrt, immer noch sah sie die von Krankheit entstellten Gesichter vor sich, die sie wusch und die immer noch etwas von der Glut zu haben schienen, die auf ihnen geleuchtet hatte, als man die Bahre in die kerzenerleuchtete Grotte am Fuße der Pyrenäen trug. "Welche Glückseligkeit" hatte sie überrascht zu Sr. Guillaume auf ihrer Runde gesagt. "Das ist nur natürlich mein Kind. … dies ist die sichtbare Gnade, welche allen zuteil wird, die im festen Glauben kommen."
(K. Hulme, Geschichte einer Nonne)

Am 11. Februar 1858 sammelten drei Mädchen Feuerholz nahe an dem Bach Gave in Südfrankreich, als eine von ihnen eine schöne junge Frau in einer Felsennische am Berghang stehen sah. Diese junge Frau, die Rosen an den Füßen trug, forderte die junge Bernadette Soubirous in der Folge auf, 15 Tage nacheinander wiederzukommen.

Bernadette kam wieder und wieder zur Grotte zurück, bald begleitet von ihren Freunden und Mitgliedern ihrer Familie. Am neunten Tag der Erscheinungen gab die Dame, die zuvor von Gebet und Buße gesprochen hatte, und sich später als "Die unbefleckte Empfängnis" bezeichnen sollte, Bernadette den Auftrag, aus der Quelle in der Grotte zu trinken und die Kräuter zu essen, die dort wuchsen. In der Grotte war keine Quelle, doch Bernadette grub in einer Ecke, in der in einer schlammigen Pfütze ein wenig Wasser stand, nach Wasser und aß von den Wildpflanzen die in der Grotte wuchsen. Auf die Umstehenden muß ihr Betragen wie das einer Wahnsinnigen gewirkt haben. Binnen kürzester Zeit wurden die wenigen Tropfen Wasser in der Grotte zu einer Quelle.

Viele Menschen suchten die Grotte auf, tranken das Wasser und wuschen sich darin – und es geschahen Heilungen. In der Folge trug "die Dame" Bernadette auf: "Gehen Sie zu den Priestern, man soll eine Kapelle bauen lassen. In Prozessionen möge man kommen". – In Prozessionen kommt man bis heute.

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