Montag, 1. Februar 2010

Darstellung des Herrn – Tag des geweihten Lebens


Mein Bräutigam, für dich habe ich mich bewahrt, dir eile ich entgegen mit brennender Lampe.
(erste Antiphon der zweiten Vesper im Commune Virginum).



Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes,
du hast am heutigen Tag
dem greisen Simeon Christus geoffenbart
als das Licht zur Erleuchtung der Heiden.
Segne + die Kerzen
die wir in unseren Händen tragen
und zu deinem Lob entzünden.
Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe
zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.

(Oration zur Kerzenweihe)

Papst Johannes Paul II. hat 1997 den Tag des geweihten Lebens mit dem Fest der Darstellung des Herrn verbunden. Im Mittelpunkt des Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer, die sich in besonderer Weise Christus geweiht haben.

Gemeinsam ist diesen Formen der Lebensweihe: Sie sind Hingabe des ganzen Menschen an Gott – Weihe des eigenen Lebens an Gott, den Schöpfer – und Gnade, von ihm angenommen zu werden, und von daher Bindung an die Kirche. Die Annahme dieses Aktes geschieht durch die Kirche, die Christus gegründet hat, um den Menschen den Weg zum Heil anzubieten.

Bei der Weihe oder der Ordensprofeß bringt sich der- oder diejenige selbst zum Opfer dar. Ein schönes Bild dafür sind auch die Kreuze im Karmel, die tradtionell ganz schlicht sind und keinen Korpus tragen. Der Leib, der dorthin gehört, ist der eigene, der täglich und unspektakulär aufs neue bereit ist, sich und die eigenen Wünsche und Begierden kreuzigen zu lassen.
Euer Leben sei ein besonderes Zeugnis der Liebe und sichtbares Zeichen des künftigen Reiches. Achtet darauf, daß eure Person immer die Würde der Braut Christi ausstrahle, die Neuartigkeit des christlichen Daseins und die frohe Erwartung des künftigen Lebens zum Ausdruck bringe. Auf diese Weise könnt ihr mit eurer ehrenhaften Lebensweise Sterne sein, die Orientierung geben für den Lauf der Welt. Die Entscheidung zum jungfräulichen Leben ist nämlich ein Hinweis auf die Vergänglichkeit der irdischen Wirklichkeit und die Vorwegnahme der künftigen Güter. Seid Zeugen der wachsamen und tätigen Erwartung, der Freude, des Friedens, der dem eigen ist, der sich der Liebe Gottes hingibt. Seid in der Welt präsent und dennoch Pilgerinnen auf dem Weg zum Reich. Die geweihte Jungfrau identifiziert sich nämlich mit jener Braut, die gemeinsam mit dem Geist den Herrn ruft: »Der Geist und die Braut sagen: Komm!«.

Bevor wir auseinandergehen, vertraue ich euch Maria an. Und ich mache mir die Worte des hl. Ambrosius zu eigen, der die christliche Jungfräulichkeit besungen hat, und richte sie an euch: »In jeder Jungfrau lebe die Seele Mariens, um den Herrn zu preisen; in jeder lebe der Geist Mariens, um im Herrn zu frohlocken. Auch wenn es nur eine leibliche Mutter Christi gibt, so ist dennoch nach dem Glauben Christus die Frucht aller, da jede Seele das Wort Gottes empfängt, vorausgesetzt, daß sie unbefleckt und unversehrt von Lastern mit untadeliger Scham die Keuschheit hütet«. Mit diesem Wunsch segne ich euch von Herzen
.
(aus der Ansprache Papst Benedikts XVI. an die Teilnehmerinnen des Kongresses des Ordo Virginum 2008)

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