Mittwoch, 24. Februar 2010

Acht Minuten

…so lange hat die Erklärung gedauert, bei der die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann vom Ratsvorsitz und ihrem Amt als Landesbischöfin zurückgetreten ist.

Bisher sah ich keinen Anlaß, über Frau Käßmann etwas zu schreiben, da sie für mich als Katholikin in Glaubensfragen keinerlei Relevanz hatte. Warum sollte ich mich also über sie aufregen? Und warum sich die Frage, ob Frauen in einem Kirchenamt tätig sein können, nun gerade am Ratsvorsitz einer anderen Konfession entzünden sollte, war mir nicht recht klar. In der römisch-katholischen Kirche können Frauen nicht zu Priestern und daher auch nicht zum Bischof geweiht werden. Das ist inhaltlich stringent. Wo Frauen Pfarrerin werden können – warum dann nicht auch Bischöfin oder Ratsvorsitzende? Hier wäre ein Bruch meines Erachtens inkonsequent. – Aber das ist eine andere Geschichte.

Was als Bischof aber überhaupt nicht geht, ist: betrunken am Steuer sitzen und fahren, egal ob über rote oder grüne Ampeln, egal ob Männlein oder Weiblein. Nicht umsonst heißt es schon in der Schrift, daß der Bischof kein Trinker sein, sondern seinem Hause wohl vorstehen soll. Insofern habe ich die zahlreichen Stimmen mit der Bitte um Nachsicht, eine Bischöfin sei schließlich keine Heilige, überhaupt nicht verstanden. Natürlich ist ein Bischof kein Heiliger, er soll aber Vorbild und Hirt seiner Herde sein (Hirtin ihrer Herdin? Ich werd noch wuschig.)

Daß Frau Käßman das auch so sieht und daraus die einzig richtige Konsequenz – Rücktritt als Ratsvorsitzende und als Landesbischöfin – gezogen hat, ist richtig und achtenswert. Der Apostel schreibt auch:

Unser Empfehlungsschreiben seid ihr, es ist eingeschrieben in euer Herz und alle Menschen können es lesen und verstehen (2 Kor. 3, 2)

Kommentare:

Quincy hat gesagt…

Hier muss ich etwas lächeln, dass Du - wenn auch versteckt - die andere Denomination angreifst (hart finde ich, dass Du sagst sie hätte für die glaubensmäßig keine Relevanz), dich aber über die aufregst, die gegen das Zölibat wettern :)

Kommt halt irgendwie so raus ...

Braut des Lammes hat gesagt…

Hmm, eigentlich hatte ich gesagt, sie hätte für mich in Glaubensfragen keine Relevanz (man könnte höchstens noch zwischen den Zeilen lesen, daß dies im übrigen auch auf den gesamten Episkopat der EKD zutrifft – ich bin katholisch), weshalb ihre Tätigkeit als in meinen Augen kein Ärgernis darstellte.

Unqualifizierte Äußerungen zu Art und Sinn des zölibatären Lebens und Versuche, die Themen vollkommene Keuschheit und Mißbrauch miteinander in Zusammenhang zu bringen ("Das kommt von sowas!"), betreffen mich in mehrfacher Hinsicht nun wirklich unmittelbar – zum einen als Zölibatäre, zum anderen – und das liegt mir weitaus mehr am Herzen – stellen sie einen Angriff auf die vielen guten Priester dar, die unserer Kirche dienen.

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