Sonntag, 7. Februar 2010

5. Sonntag im Jahreskreis


Die Lesungen des heutigen Sonntags nutzte der Zelebrant, um über Berufungen zu predigen. Er verwies unter anderem darauf, daß die Berufung Gottes nicht an Vollkommene ergeht, sondern an die Sünder, an den Unerwarteten (1. Kor 15,18). –

Im geistlichen Leben versammelt sich keine Gruppe von Olympioniken. Er berief die, die er wollte, heißt es über schon die Berufung der ersten Apostel (Mk 3,13). In diesem so kleinen Kreis gab es einen, der ihn verleugnete, es gab Eifersucht, Trägheit, Kleinmut, Geltungsbedürfnis, Unterschlagung und Verrat. Und doch muß es viel in ihnen gegeben haben, das den Herrn veranlaßte, sie als Jünger anzunehmen: Leidenschaft, Liebe, Hingabe, Treue, Ausdauer. – Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.

Dies könnte Anlaß sein, sich einmal zu fragen: könnte ich nicht auch ein solch "Unerwarteter" sein? Einer, den der Herr sich erwählt hat, obwohl ich selbst nie oder nur zögernd daran gedacht hätte? Und wenn ich schon daran gedacht habe – was hält mich davon ab?

Haben wir nicht alle irgendwie Angst, wenn wir Christus ganz hereinlassen, uns ihm ganz öffnen, könnte uns etwas genommen werden von unserem Leben? Müssen wir dann nicht auf so vieles verzichten, was das Leben erst so richtig schön macht? Würden wir nicht eingeengt und unfrei? Und wiederum wollte der Papst sagen: Nein. Wer Christus einläßt, dem geht nichts, nichts – gar nichts verloren von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, erst in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens. Erst in dieser Freundschaft gehen überhaupt die großen Möglichkeiten des Menschseins auf. Erst in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön und was befreiend ist. So möchte ich heute mit großem Nachdruck und großer Überzeugung aus der Erfahrung eines eigenen langen Lebens Euch, liebe junge Menschen, sagen: Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles. Wer sich ihm gibt, der erhält alles hundertfach zurück. Ja, aprite, spalancate le porte per Cristo – dann findet Ihr das wirkliche Leben. (aus der Predigt des Heiligen Vaters zum Amtsantritt)

Dein Sohn Jesus Christus hat uns berufen, seine Zeugen zu sein –
Ermutige alle Getauften und Gefirmten, ihre Berufung zu erkennen und in Kirche und Welt dafür einzustehen. Stärke in ihnen das Verlangen nach dem Geist des Evangeliums zu leben und seine Sendung fortzusetzen.

Jedem Menschen schenkst du seine persönliche Gabe, damit die Kirche wächst und in Liebe auferbaut wird –
Hilf jungen Menschen, ihr Charisma zu entdecken. Schenke ihnen im priesterlichen und diakonalen Dienst und in den geistlichen Gemeinschaften Leben in Fülle, zu deiner Ehre und zum Zeugnis für die Welt.

Die kluge Jungfrau war bereit: als der Bräutigam kam, fand er sie wachend, und sie trat ein mit ihm zur Feier der Hochzeit. –
Du hast dir die Kirche zur Braut erwählt: heilige die Jungfrauen, die sich dir geweiht haben und rufe weiterhin Menschen in den Stand der Jungfräulichkeit, damit sie dir mit ungeteiltem Herzen nachfolgen.

Dein heiliger Geist erfüllte die Apostel mit Kraft. Sie wurden zu mutigen Boten des Evangeliums –
Gieße deinen Geist aus über uns. Begeistere Menschen für deine Nachfolge und ein Leben in deinem Dienst, damit sie Zeugnis geben vom Geist der Liebe und der Hoffnung.
(Fürbitten zur Gebetsstunde um geistliche Berufe in der St. Hedwigs-Kathedrale)

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