Donnerstag, 14. Januar 2010

Vita consecrata – kostbares Salböl

Die einfachen Dinge sind immer die besten und grundlegendsten. 10 ganz schlichte Nöglichkeiten, die Zunahme an Berufungen zum geistlichen Leben zu fördern, hat die amerikanische Bischofskonferenz gerade veröffentlicht.

1 bis 3 kann jeder von uns tun, die Punkte 4 und 5 richten sich an Brüder und Schwestern im geistlichen Leben, 6 bis 10 an jene, die sich mit dem Gedanken an ein Leben in der besonderen Nachfolge beschäftigen:

1. Betet um Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben.
2. Lehrt die jungen Leute das Gebet.
3. Ermutigt die jungen Menschen in euren Gemeinden zum Priestertum oder zum geweihten Leben.
4. Laßt das religiöse Leben anziehend erscheinen.
5. Predigt darüber!
6. Lebt euren Glauben.
7. Sucht die Stille.
8. Bemüht euch darum, gute Jünger zu sein.
9. Fragt Gott, was er von euch will.
10. Tut es einfach.

„Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt“ (Joh 12,3). Als Judas unter dem Vorwand der Not der Armen diese Verschwendung beklagte, antwortete ihm Jesus: „Laß sie gewähren!“ (Joh,12,7).

Das ist die noch immer gültige Antwort auf die Frage, die sich, und sei es auch in gutem Glauben, so viele in Bezug auf die Aktualität des geweihten Lebens stellen: Könnte man nicht sein Leben wirksamer und rationeller für die Verbesserung der Gesellschaft einsetzen? Darauf lautet die Antwort Jesu: „Laß sie gewähren“.

Wem das unschätzbare Geschenk gewährt wird, dem Herrn Jesus mehr aus der Nähe zu folgen, dem erscheint es klar, daß er mit ungeteiltem Herzen geliebt werden kann und muß, daß man ihm das ganze Leben und nicht nur einige Gesten, einige Momente oder einige Aktivitäten widmen kann. Das kostbare Salböl, das als reiner Akt von Liebe und daher fern jeder „utilitaristischen“ Überlegung vergossen wurde, ist Zeichen von Übermaß an Unentgeltlichkeit, wie es in einem Leben zum Ausdruck kommt, das hingegeben wird, um den Herrn zu lieben und ihm zu dienen, um sich seiner Person und seinem mystischen Leib zu widmen. Aber von diesem „verschwendeten“ Leben verbreitet sich ein Duft, der das ganze Haus erfüllt. Das Haus Gottes, die Kirche, ist durch das Vorhandensein des geweihten Lebens heute nicht weniger geschmückt und bereichert als gestern.

Was in den Augen der Menschen als Verschwendung erscheinen mag, ist für den in seinem innersten Herzen von der Schönheit und der Güte des Herrn angezogenen Menschen eine klare Antwort der Liebe und eine überschwengliche Dankbarkeit dafür, auf ganz besondere Weise zum Kennenlernen des Sohnes und zur Teilhabe an seiner göttlichen Sendung in der Welt zugelassen worden zu sein.
(Vita consecrata, 104)

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...