Mittwoch, 13. Januar 2010

The return of the Weihwasser

(…and the Friedensgrußmonster…)

Sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden sind übrigens – wo man ihnen denn überhaupt Beachtung schenkte – schon vor dem Fest der Taufe des Herrn die Umsetzungen der hygienischen "Vorsichtsmaßnahmen" wegen der Schweinegrippe.

Selbige wurden seinerzeit mit den Vermeldungen vor der Heiligen Messe verlesen. Ich weiß ja nicht, ob die Empfehlungen der Bischofskonferenz ursprünglich auch in einem so fürchterlich polizeilich gefärbten Tonfall abgefaßt waren ("Ist zu bevorzugen" "hat zu…") – man kann schon etwas freundlicher sein. "Bei Zuwiderhandlung ist ein Beitrag von 20 Euro an die Türkollekte zu entrichten!" hätte noch gefehlt. Anlaß für mich, gleich ein paar Blümchen um diese Sprechblase zu machen und das Elaborat wenigstens mit mehreren höflichen "Bitte" zu versehen. Vergebens übrigens, denn es hing später draußen im Schaukasten, gnädigerweise nur auf Deutsch, weshalb sich am Weihwasserbecken immer wieder im Flüsterton und polyglott geführte Erwägungen ob der Sinnhaftigkeit des Fehlens von Weihwasser ergaben. Ich habe jeden, der sein Mißfallen bekundete, ermutigt, dies doch bitte subito dem Herrn Dompfarrer zu schreiben.

Daß meine Hand sich beim Eintritt automatisch zum Weihwasserbecken hin ausstreckte bzw. ein gewisses allgemeines Gefühl der Desorientierung beim Betreten der Oberkirche hat mich übrigens die ganze weihwasserlose Zeit nicht verlassen.

Während Mundkommunikanten sich im zivilen "Ungehorsam" übten (obwohl klar war, daß diese Form der Kommunionspendung dem Kommunikanten stets zu gewähren ist) wurden auch kreative Lösungen wie Weihwasser aus dem Spender in Gebrauch genommen. Der Friedensgruß war ohnehin nicht totzukriegen und die Schalen zum Vorlegen der Hostien und die Bücherständer mit den zerfledderten Leihgottesloben waren wahrscheinlich "aus pastoralen Gründen" von den Ermahnungen ausgenommen :P.

Nun ist alles wieder beim alten. Anderswo hatte man die Verlautbarungen pragmatischerweise eigentlich føllich ignoriert. Deo gratias – oft freuen einen gerade die kleinen Dinge im Leben.

1 Kommentar:

Amica hat gesagt…

Am liebsten war mir sowieso die Handhabung im Zentrum des Säkularinstituts St. Bonifatius zu Detmold: Dort wurde nicht nur das Weihwasser im Becken gelassen und der Friedensgruß normal weiter gereicht, sondern auch die Praxis des Hostieneinlegens mit den bloßen Fingern (ohne goldenen Löffel). Und soweit ich weiß hatte noch keine der ca. 60 Frauen dort die Schweinegrippe.

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