Sonntag, 10. Januar 2010

Nun freut euch, ihr Christen…

…die Meßdienerin hat zwei verschiedene Strümpfe an. :o

Daß es sich dabei, liturgisch-farblich passend, um einen schwarzen und einen weißen gehandelt hat, war noch reine Gnade, wenn auch etwas ins Auge fallend. Ich weiß nicht, ob es außer denjenigen, von denen ich kurz vor der Heiigen Messe noch verzweifelt Ersatz zu borgen suchte, überhaupt jemand registriert hat [1], mir selbst fiel es allerdings zeitweise schwer, das Gefühl loszuwerden, daß alle dauernd auf meine Füße gucken.

Der Organist riet mir hinterher, es auf Nachfrage als Designerobjekt zu verkaufen. – Während "meiner" Lesung fing mittendrin plötzlich ein Hund an zu heulen. Ich dachte, entweder hat der jetzt auch meine unterschiedlichen Strümpfe gesehen oder es heult jemand wie ein Hund .oO(Nichts ist unmöööglich…). Insgesamt war dieser Gottesdienst leicht surreal.

Schräge Erlebnisse im Schleier in der Weihnachtszeit:

• Genau vor der Kathedrale habe ich mich bei Glatteis unterm Schnee mit Schleier und Schwung auf meine Kehrseite gesetzt, in der Manier, die man im Slapstick immer gerne sieht: huuiiii! - wumpp!!!.
Es kamen von allen Seiten Leute herbei: "Schwester, Schwester...?!?"

• Silvester in der U-Bahn. Ein junger Türke bietet mir einen Schluck aus seiner Jägermeisterflasche an. Ich danke ernst, aber nicht unfreundlich. Derjenige wird anschließend von seinen zahlreichen Begleitern mit Vorhaltungen überhäuft, was ihm einfiele(!), einer Nonne (!!) Alkohol(!!!) anzubieten. (In diesem Fall habe ich darauf verzichtet, den Unterschied klarzustellen, es hätte sie endgültig verwirrt.) Was "Nonnen" an Sylvester so treiben, hat sie übrigens brennend interessiert.


[1] Andererseits – dem Pfarrer entgeht eigentlich so leicht nichts… Im Falle eines Falles hat er jedenfalls sehr taktvoll darüer geschwiegen. :blush:

Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

was treiben sie denn so?

Anonym hat gesagt…

Was für einen Schleier trägst du und wann? Immer oder nur zur Messe? Ist er weiss oder schwarz? Würde mich wirklich interessieren, danke.

Braut des Lammes hat gesagt…

Man sehe mir die verspätete Antwort nach: mit meiner antiken Software am heimischen Rechner kann ich nicht kommentieren.

Der Schleier ist weiß, und ich trage ihn zum Stundengebet, beim Gebet, zu Gottesdiensten und Andachten, an denen ich teilnehme.
Hier
http://1.bp.blogspot.com/_QL25W80JzPY/SlNNn45cX9I/AAAAAAAAAG4/57CEDTJpGyA/s1600-h/Übergabe+des+Schleiers.JPG
und hier

http://4.bp.blogspot.com/_QL25W80JzPY/SlNPVgV0uDI/AAAAAAAAAHQ/eyc8N9Xg13k/s1600-h/Gabenbereitung.jpg

sieht man ihn einigermaßen gut.

Braut des Lammes hat gesagt…

was treiben sie denn so?
@Ulrich: Nonnen an Silvester? – Meist gehen sie auf ihre Zelle und legen sich ins Bett. Falls die Frage U-Bahn-fahrenden "Nonnen" gegolten haben sollte: sie gehen zu einer Heiligen Messe zum Jahresschluß. ;)

Anonym hat gesagt…

Oh, danke für das schöne Bild.
Wo ich echt neidisch werde, wenn ich so große "Ministrantinnen" sehe, wohl eher schon Assistenz. Bei uns gibts nur diese Zwergerln undmit 12 sind sie schon zu "alt" zum Ministrieren. Wie macht ihr das, dass ihr so junge Frauen und Männer zum Ministrieren bewegen könnt *lechz - wunder - lechz*??

Braut des Lammes hat gesagt…

Hmm… an Bischofskirchen ist meist eine besondere Situation. Wir haben hier eigentlich nur erwachsene Ministranten (das Mindestalter liegt, glaub ich, bei 18). Vor allem in der Diaspora gibt es aber noch mehr Gemeinden, in denen auch Erwachsene jeden Alters ministrieren. So kleine Ministranten, wie Du sie beschreibst, kenne ich gar nicht. Gegenfrage: wie macht ihr das mit diesen "Zwergerln" bei Werktagsmessen und Beerdigungen?

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