Donnerstag, 4. Februar 2010

Hl. Agatha – Jungfrau und Märtyrin


Herr Jesus Christus, guter Meister, ich sage dir Dank.
Du gabst mir Kraft, die Folter zu bestehen. Nun nimm mich auf in deine Herrlichkeit, die niemals enden wird.


Eine jungfräuliche Märtyrin, die ebenfalls im Kanon des ersten Hochgebets namentlich genannt wird, ist die heilige Agatha, deren Gedenktag die Kirche am 5. Februar begeht. Die heilige Agatha erlitt das Martyrium vermutlich um 250 und wird nachweislich seit dem ausgehenden 4. Jahrhundert verehrt. Bereits 500 wurde ihr in Rom eine Kirche geweiht.

Agatha, die Tochter einer reichen und einflußreichen Familie, gelobte schon früh ein Leben gottgeweihter Jungfräulichkeit und schlug daher die Anträge heiratswilliger Bewerber aus. Einer der Bewerber, der heidnische Statthalter von Sizilien, Quintianus, lieferte sie als christliche Jungfrau im Ärger über die Zurückweisung seines Antrags selbst dem Richter aus. Er erwartete, daß Agatha angesichts Folter und des möglichen Todes ihre Meinung ändern würde.

Sie jedoch betete:
Jesus Christus, Herr über Leben und Tod, du siehst mein Herz, du kennst mein Sehnen. Ich bin dein Lamm. Mache mich würdig, den Teufel zu überwinden.

Quintinian ließ Agatha grausam foltern. In ihrer Qual erschien ihr der heilige Petrus, der zunächst ihre Wunden heilte, später erlag sie ihnen jedoch.

Da ihr bei der Folter der Überlieferung zufolge die Brüste mit Zangen abgerissen wurden, zeigt die Ikonographie Agatha meist mit einer Platte, auf der diese liegen oder auch mit Zangen. Ebenfalls von dieser Überlieferung stammt der Brauch, am Gedenktag der Heiligen Agathabrot oder Agathabrötchen zu segnen. Letzere haben die Form kleiner Brüste.

In der Antiphon zum Benedictus heißt es:
Vor Freude strahlend ging Agatha in den Kerker, als ginge sie zu einem Gastmahl, und betend empfahl sie dem Herrn ihren Kampf.

Etwa ein Jahr nach ihrem Tod brach der Ätna aus, und die Einwohner von Catania zogen mit dem Schleier der Heiligen dem Lavastrom entgegen, der daraufhin zum Stillstand kam. Aus diesem Grunde wird sie auch als Schutzheilige gegen Feuersbrünste angerufen. Der Schleier der heiligen Agatha wird, wie einige andere Reliquien, im Dom von Catania aufbewahrt.

Über die gottgeweihten Jungfrauen sagt die Kirche:
Über die körperliche Jungfräulichkeit hinaus haben sie ein Leben des konstanten Absterbens gegenüber dem eigenen Selbst und der Welt gewählt. Diese wunderbare Liebe ergießt sich in den Dienst der Kirche, den Leib dessen, dem sie vermählt sind. Sie sind fruchtbar, indem sie durch die Einheit mit ihrem Geliebten geistliche Mutter vieler Kinder des Herrn werden. Durch den feierlichen Ritus der Weihe werden sie für den Dienst des Gebets, des Opferns und der stellvertretenden Sühne bestimmt. Die Jungfrauen haben die Verpflichtung, ein Bild dessen zu vermitteln, wie die Kirche wahrhaft sein sollte: heilig, makellos, ausschließlich der Sache Christi geweiht, begeistert, freudig und bereit, alles zu vollbringen, was von ihnen verlangt wird, bis hin zur Hingabe des eigenen Lebens.
In seinem Werk De virginius schreibt der heilige Ambrosius von Mailand, dessen Schwester Marcella eine gottgeweihte Jungfrau war:
Der Gedächtnistag einer Jungfrau ist: laßt uns der Jungfräulichkeit folgen! Der Gedächtnistag einer Märtyrin ist: laßt uns Opfer bringen!

So wäre keine Vermählte ins Brautgemach geeilt, wie die Jungfrau freudigen Schrittes, eilenden Fußes zur Richtstätte voranschritt, nicht mit künstlichem Haarschmuck das Haupt geziert, sondern mit Christus, nicht mit Blumen bekränzt, sondern mit Tugenden. Alles weint, ihr kommt keine Träne ins Auge. So viele wundern sich, daß sie so leicht ihr Leben dahingibt, als hätte sie es schon durchgekostet, nachdem sie kaum noch daran genippt hatte.

Doch seitdem der Herr in dieser Leiblichkeit erschienen ist und die Vermählung der Gottheit und Menschheit ohne die geringste Makel unreiner Vermischung vollzogen hat, wurde auf dem ganzen Erdkreis die himmlische Lebensführung im menschlichen Leibe heimisch. Das ist jenes Geschlecht, das die Engel bei ihrer Dienstleistung auf Erden für die Zukunft deutlich sinnbildeten, das dem Herrn mit der Hingabe eines unbefleckten Leibes seinen Dienst weihen sollte. Das ist jene himmlische Streitschar, welche das Heer der lobsingenden Engel auf Erden in Aussicht stellte.
Allmächtiger Gott,
du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen
und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt.
Höre auf ihre Fürsprache
und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren
und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.

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