Samstag, 26. Dezember 2009

Hl. Stephanus – Diakon und erster Märtyrer


Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist. (GL 203,1) – jedes Jahr finde ich mich bei diesem Kehrvers unversehens gefühlsmäßig mitten in der Karfreitagsliturgie.
Ich denke, der Stephanustag sollte ganz bewußt auch als ein solcher begangen werden. Die Verbindung zum Weihnachtsfest ist zufälliger Natur und dennoch ergibt sich eine innerlich bedeutsame Verschränkung, die dem schlichten Umstand geschuldet ist, daß jeder heilige Mensch eben nur durch die Gnade Gottes ein solcher sein kann – und die Erscheinung der Gnade Gottes in unserem Fleisch feiern wir ja an Weihnachten.

Wenn also hier eine gewisse Nähe zu dem festzustellen ist, was wir an Weihnachten feiern, dann müßte auch an einm heiligen Menschen etwas zu sehen sein, was auf Christus verweist. …

Wenn etwas wirklich immer wieder Neues angestoßen werden soll durch das Weihachtsgeheimnis, dann ist es vielleicht die Vergebung gegen unsere Feinde, die Bescheidenheit und die Sanftmut. Diese Haltung lernen wir von der Krippe, und das sind auch die Haltungen des Stephanus. Dieser ist ein Märtyrer, der mit Kraft die Wahrheit bezeugt, seine Position verteidigt und denoch nicht boshaft oder zynisch wird. Den Haß seiner Gegner erwidert er nicht.

Es kommt eben nicht darauf an, daß man in großer Pose den Heldentod erringt, sondern daß der Märtyerer den Haß der Gegner nicht mit Gegenhaß beantwortet, sondern in Liebe zu überwinden bzw. dann lieber überwunden zu werden. Das ist eigentlich fast unmöglich. Manchmal werden wir aber selbst Augenzeugen solcher Menschen. Und die gibt es, weil sie von Gott ergriffen worden sind, weil sie genau die Haltungen dessen nachahmen, sich diesem Geist öfnen, von ihm formen lassen – der gerade gestern geboren ist. (aus einer Predigt Pfr. Karlsons zum Stephanustag)

1 Kommentar:

Stanislaus hat gesagt…

Och, ich glaube, da sind wir einer Meinung ;-)

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