Dienstag, 10. November 2009

Jesu Leben einmal anders


Als ich Pange Linguas Der heilige Geist mal anders las und schmunzeln mußte, ist mir eine Firmkatechese vor Jahren wieder eingefallen.

Es begab sich in einer Pfarrei in Westdeutschland: von einem Schwung Eltern, die sämtlich „nichts mit Kirche am Hut“ hatten, deren Sprößlinge nun aber in den Genuß religiösen Lebens kommen sollten, wurden selbige zum Firmunterricht angemeldet. In der ersten Stunde ergab sich, daß das vorhandene Wissen, ähm, interessant war: Die Biographie Jesu wurde so zusammengefaßt: „Der hat erst ein großes Schiff gebaut, mit dem ist er 40 Jahre durch die Wüste gezogen, und zum Schluß ist er gekreuzigt worden.“ Ein Gummipunkt, immerhin das letzte stimmte! (Von der Geschichte der Erschaffung der Welt blieb hingegen, daß es darüber einen Film gegeben habe, in dem „eine geile Gummischlange“ vorkam. Auch nett.)

An den nachfolgenden Krampf Kampf, den Firmanden das nötigste Vorwissen einzubleuen zu vermitteln, kann ich mich nicht mehr so recht erinnern. Nur noch: als es an die Beichte ging und wir Katecheten mit gutem Beispiel voranschritten, hat mich der Beichtiger anfangs für eines der Kinder gehalten. (Ich hatte mich zuvor über den etwas schroffen Tonfall gewundert. Es begann mit: „Näher kommen und leiser sprechen!“) Nachdem ich schließlich seine Frage „Wie alt bist du denn?“ mit einem schlichten „27“ beantwortet hatte, wurde er sehr viel höflicher. Das gab mir seinerzeit zu denken.
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