Donnerstag, 5. November 2009

Ikonen

Mit Ikonen sind hier Abbilder von Glaubensgeheimnissen anderer Art gemeint: menschliche Ikonen sozusagen. Wie der Priester eine Ikone Christi ist, so ist die geweihte Jungfrau ein Abbild Marias und damit der betenden und vertrauenden Kirche.

Der Dominikaner P. Benedict Ashley formuliert dazu:
The male ascetic cannot fulfill the symbolic role in the Church that a vowed female virgin can. Just as a woman cannot appropriately symbolize Christ by ordination to the priesthood, a man cannot symbolize Mary, the New Eve, the Mother of God. Nor can a man symbolize the Church as bride. Yet Mary in her contemplative role is superior to the priest in his active, ministerial role. Thus, as a sign, the consecrated virgin is superior to the priest.
Ich würde zwar nicht soweit gehen, mich über einen Priester zu erheben und sei es als Zeichen, nichtsdestotrotz hat Father Ashley meines Erachtens zumindest eingangs recht. Die rechte Einsicht in diese Thematik hülfe, einige Verwirrung, auch über den Dienst des Priesters in der Kirche, aufzulösen.

Bei der Weihe antwortet die Consecranda auf die Fragen des Bischofs

Bist du bereit,
bis an dein Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten
und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?

Bist du bereit,
dein Leben in der Nachfolge Christi,
zu der das Evangelium aufruft,
als ein Zeugnis der Liebe zu leben
und als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes?

Bist du bereit,
dich durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes,
auf immer zu verbinden?


mit einem schlichten „Ich bin bereit“. Das Versprechen ist jedoch ist ein so großes, daß ich eigentlich lieber geantwortet hätte: „Im Vertrauen auf die Gnade Gottes, nicht aus eigener Kraft, bin ich dazu bereit“.

Es ist ein großer Irrtum, zu denken, daß der Stand der Gott feierlich gelobten Jungfräulichkeit sich vom Stande unverheirateter Personen in der Welt nicht unterscheide. Die unverheiratete Frau ist frei, ihren Lebensstand zu ändern, wann immer sie es wünscht. Die geweihte Jungfrau hat ihre ganze Zukunft in die Hände Gottes gegeben und ist mit einem unlösbaren Siegel bezeichnet. Der positive Charakter der heiligen Jungfräulichkeit wird allzoft gänzlich ignoriert. Man stellt sich Jungfräulichkeit als bloße Enthaltung vor.
Jungfräulichkeit ist nicht nur ein Geben, sondern auch ein Empfangen. Richtig verstanden, ist sie eine köstliche Bereicherung. Das Wesen einer Frau, die sich wahrhaft geliebt und behütet weiß, wird Vertrauen und Ausgeglichenheit ausdrücken. Das trifft auch auf das geistliche Leben zu. Geweihte Jungfräulichkeit läuft nicht auf Verkümmerung hinaus, sondern vollendet sich in geistlicher Mutterschaft. Die Psalmen, die die Kontemplative liebt, schreiben ihre Geschiche in Worten leuchtender Wahrheit. Die Kinderlose läßt er im Hause wohnen als frohe Mutter vieler Kinder. So viele Seelen es in der Welt gibt, so viele Kinder hat die Beschauliche: Die Berufung zur Kontemplativen bedeutet Berufung zu einer Mutter der Welt. Sie ist ein Abbild der Berufung der Mutter Gottes, deren glorreiche Erhebung ohne Jungfräulichkeit nicht denkbar ist. Ebenso bedeutet diese Berufung die vollste Teilnahme der Frau am Leben der heiligen Kirche, die ja die Braut Christi ist. Die Stärke der Kirche wächst mit dem Opferleben jeder ihrer geweihten Jungfrauen.

Jungfräulichkeit ist die positivste Komponente und – unter einem letzten Aspekt – der Inbegriff der Weihe an Gott. (Mary Francis Aschmann PCC)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

So habe ich das noch nicht gesehen. Danke für dein Zeichen...

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