Montag, 12. Oktober 2009

…so wirst Du einen Schatz im Himmel haben


Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.
Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. (Mk 10, 17-30)
Wie gut paßte doch das Tagesevangelium gestern zu den neuen Heiligen. Einer, der sicher in das Reich Gottes gelangt ist, ist der hl. Damian de Veuster.

(aus einem Brief an seine Eltern und Brüder vom 25. November 1873)

Ich habe hier zwei kleine Kirchen — die eine habe ich mit meinen eigenen Händen gebaut — ganz aus Holz, mit einem schönen Turm. Ich warte noch auf die Glocke, die darin hängen soll. Ich wohne in einem kleinen Holzhaus und habe einen alten Mann, der mir die Küche besorgt. Meine Nahrung besteht aus Fleisch und Reis, manchmal ein wenig Brot und Milch, zum Glück bekomme ich jeden Tag eine gute Tasse Kaffee. Wenn auch diese schreckliche Aussatz-Krankheit meiner geistlichen Kinder ansteckend ist, ist meine Gesundheit noch immer dieselbe. …

Meine normale Beschäftigung ist: die Kranken besuchen und ihnen die Sakramente spenden. Fast jeden Tag muß ich ein Begräbnis halten, für die armen Toten mache ich selbst den Sarg.

Unsere nonekens – Schwestern – schicken mir viele Kleider, die an die Kranken verteilt werden. So daß ich diesen armen Geschöpfen nicht nur geistlichen, sondern auch leiblichen Beistand geben kann. Ich finde mein größtes Glück darin, dem Herrn in seinen armen und kranken Kindern zu dienen, die von den anderen Menschen verstoßen werden. Ich versuche, sie alle auf den Weg des Himmels zu führen.
Und auch ihr, liebe Eltern, Brüder und Verwandten, müßt frohen Mutes auf diesem Weg gehen, so daß wir uns alle im Himmel wiedersehen. Schätze und Reichtümer, sogar unser irdisches Leben, sind nichts, wenn wir nicht versuchen, unsere Seele selig zu machen. Betet viel für mich!
Euer ergebener Sohn
J. DeVeuster

In der Predigt gestern sprach der Pfarrer über die fatale Neigung, sich lebenslang alle Optionen offenhalten zu wollen und zu denken, das könne ja man später im Leben noch tun. Hier ist einer, der es nicht aufgeschoben hat, die schlichten und zugleich so wichtigen Dinge zu tun, zu denen er sich in der Nachfolge Christi berufen wußte.

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