Donnerstag, 22. Oktober 2009

30. Oktober – sel. Maria Theresia Tauscher DCJ

Das Fest der seligen Maria Theresia vom heiligen Josef gehört zu den Eigenfesten des Bistums Berlin.

Als Pfarrerstochter eines lutherischen Pfarrers in der Mark Brandenburg konvertierte Anna Maria Tauscher im Alter von 33 Jahren zur katholischen Kirche. Inspiriert von der großen hl. Teresa wollte sie die karmelitanische Spiritualität mit der Vita activa verbinden. Wegen der Konversion verlor sie, neben der Verbindung zu ihrem Elternhaus, auch ihre Stellung als Leiterin einer Anstalt für Geisteskranke, weshalb sie ihren Lebensunterhalt unter sehr kärglichen Bedingungen als Putz- und Spülhilfe in einem Kloster verdienen mußte.

Um die Not vieler heimatloser und verwahrloster Kinder in Berlin zu lindern, gründete sie 1891 ohne eigenes Vermögen, nur durch Spenden, ein katholisches Waisenhaus, das St. Josephsheim in der Pappelallee in Prenzlauer Berg. Als Konvertitin, die dazu noch im Begriff war, eine neue Ordensgemeinschaft nach karmelitanischen Ideal zu gründen, erlebte sie heftige innerkirchliche Anfeindungen und Verleumdungen. Da ihr in Berlin und in allen deutschen Bistümern kein Bleiberecht zugebilligt wurde, ging sie ins Ausland, zuerst nach Sittard in den Niederlanden, wo sich heute das Mutterhaus befindet, und setzte dort ihre Gründungen fort. Allein aus ihrem ungewöhnlichen Gottvertrauen heraus gründete sie Heime in Böhmen, Holland, England, der Schweiz, Italien, Ungarn, Österreich und den Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie elf Heime aufbaute. Als Mutter Maria Theresia 1938 im Mutterhaus starb, hinterließ sie 58 Sankt-Josephsheime, in denen im Laufe der Jahre zehntausende von Kindern Obdach und Geborgenheit gefunden haben.

1910 erhielt die Gemeinschaft die päpstliche Anerkennung als eigener Zweig innerhalb des Karmels. Die Karmelitinnen vom göttlichen Herzen Jesu haben mittlerweile Niederlassungen in 20 Ländern. Sr. Maria Teresa vom hl. Josef wurde am 13. Mai 2006 im niederländischen Roermond seliggesprochen.

Von der seligen Maria Theresia vom hl. Josef ist überliefert, daß eine ihrer verzweifelten Novizinnen sie eines Tages gebeten hat, damit aufzuhören, „um noch mehr Leiden zu beten“, weil es sonst mit der Gründung nie etwas werden würde.

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