Montag, 28. September 2009

Wähle also das Leben – Schweigemarsch 1000 Kreuze am 26. September





Tiberius bloggt über den Marsch für das Leben und stellte dankenswerterweise auch ein Video ins Netz. Wäre ich nicht selbst mit einer Mitschwester dabeigewesen und sähe mich durchs Bild ziehen – so habe ich es eigentlich nicht erlebt. Höchstwahrscheinlich liegt es daran, daß das Video den Marsch von außen zeigt, wir haben ihn dagegen von innen erlebt.

Beim Marsch zwischen den Blasphemien und unsägliche Blödigkeiten skandierenden „Gegendemonstranten“ hindurch war mir das Kreuz, das ich wie am Karfreitag beim Kreuzweg nach Plötzensee tragen durfte, eine solche Quelle des Kraftes und des Trostes, daß ich womöglich eher heiter ausgesehen habe:
Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser herab. (Ps. 118)
Auch das vor der Kathedrale gesungene Te Deum Angesicht in Angesicht mit der Gegendemo hatte für mich etwas Triumphales. Ähnliches schrub auch Phil.

Die lapidare Berichterstattung des rbb war übrigens wiedermal typisch. Keine Bilder, schon weil NPD-Gegendemonstranten und Laubenpieper irgendwoanders einfach viel wichtiger erschienen. In der Kathedrale „kam es zu einem Eierwurf“. Nein, es kam nicht zu einem Eierwurf wie etwa zu einem Auffahrunfall, da hat eine Frau rohe Eier geworfen, ganz aktiv. Allerdings wurde sie einfach stillschweigend von der Polizei weggeführt, während die Teilnehmer am ökumenischen Gottesdienst sich Wichtigerem zuwandten, Gott selbst zum Beispiel.

Und: „zu beiden Demonstrationen versammelten sich mehrere hundert Leute“ ist doch ein wenig zu nivellierend dafür, daß sich ca. 1.300 Leute am Marsch für das Leben beteiligten, während nur ca. 300 versuchten, diesen zu stören. Daß es dabei jemand in seiner unsäglichen Blödigkeit fertiggebracht hat, unweit der verlorenen Bibliothek eine Bibel anzuzünden und dem Herrn Weihbischof Laun vor die Füße zu werfen, kann man eigentlich kaum noch kommentieren, es steht für sich und die Natur des Bösen.
Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Deut 30,19)

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Ich schließe mich an. Für Christus verhöhnt und verspottet zu werden, ist ein Weg, ihm nahe zu sein. Die Berichterstattung der Medien war wie immer verfälschend bis tendenziös. Ein Grund, dieses Video zu drehen. Mich hat der Grad der Verirrung und Unbedarftheit unter den Gegendemonstranten sehr bedrückt. Wie man auch nur auf den Gedanken kommen kann als erklärter Gegner des Dritten Reiches ein Buch in der Nähe des Bebelplatzes zu verbrennen, sei es auch "nur" eine Bibel, ist mir vollkommen schleierhaft. Nächstes Jahr werde ich wieder mit dabei sein.

Stanislaus hat gesagt…

Irgendwie ekelhaft, solche Leute.

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