Mittwoch, 16. September 2009

Ein etwas älteres Berufungsvideo…






Da es derzeit Berufungsvideos ja nur so hagelt, mal eine Frage: wieviele junge Mädchen und Frauen hat der Film Geschichte einer Nonne wohl veranlaßt, vom Leben als Ordensfrau zu träumen? Ich jedenfalls wollte auf der Stelle irgendwo eintreten, wo man so singt und eine solche Tracht trägt.

Zum Thema Habit wollte ich eigentlich einmal etwas schreiben, sehe aber, daß Lumen de Lumine das vor Jahren viel besser getan hat. Marcelle Bernstein wußte übrigens schon 1977 zu berichten:
Statistiken zeigen, daß die Zahl der Berufungen abrupt zurückging, als die Orden ihre würdige lange Tracht abschnitten und ein scheußliches Zwitterding daraus machten.[1]
Obwohl der Film an einigen Stellen meiner Ansicht nach wesentlich verschärft oder erfindet, was im Buch so gar nicht vorkommt[2] hat mich hier Würde und Schönheit der katholischen Liturgie auf immer in ihren Bann geschlagen. Nach all den Jahren bin ich auch immer wieder etwas enttäuscht, wenn Gabrielle am Ende durch den Seitenausgang in weltlicher Kleidung das Kloster verläßt und „ins Ungewisse“ geht.

_____
[1] Später am Tag reiche ich das Zitat im Ganzen nach. Es ist leider nur allzu wahr.

[2| Etwa die Szene im Krankensaal, wo die Postulantin eine Patientin lieber dürsten lassen soll, weil es gerade zum Gebet geläutet hat (als Tugendbraten im Vergleich dazu werden die beiden Mitpostulantinnen geboten, die folgsam Eimer und Besen in die Ecke stellen). Auch das geradezu verbissene Streben nach „Vollkommenheit oder gar nichts“ und scheune Vokabeln wie „ausmerzen“ finden sich im Buch so nicht.

Kommentare:

. hat gesagt…

Irgendwie fehlt ein vernünftiges Berufungsvideo für Frauen.
*feststellt*

.U. hat gesagt…

[1] Könntest du das vielleicht noch nachreichen?

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich bin etwas später auf diesen Gedankengang zurückgekommen, hier Braut des Lammes: Gleicht euch nicht dieser Welt an – Ordensgewänder.

Gemeint war
Immer häufiger stellt sich heraus, daß die Versuche, die Ordenstracht zu "modernisieren", dazu führte, daß die Frauen aussehen, als kauften sie ihre Sachen in Ramschläden. Die alten Nonnentrachten mit ihren bauschigen Rocken, den weiten Ärmeln und den Schultertüchern eignen sich einfach nicht dazu, gekürzt oder enger gemacht zu werden. Die schlechteste Werbung für religiöses Leben sind jene Schwestern, die ihre Rocksäume acht Zentimeter anheben, ihre Schleier zu Kopftüchern verarbeiten und dicke Baumwollstrümpfe und Kunststoffschuhe tragen. Sie sehen unterbezahlt und ärmlich aus, wie ausgebeutete Sklavinnen in staubigem Schwarz. Daß sie in ästhetischer Hinsicht Mißfallen erregen, ist dabei gar nicht so wichtig, wenn man davon absieht, daß wir in einer materialistischen Gesellschaft leben, in der die Menschen nach ihrer äußeren Erscheinung eingeschätzt zu werden. Viel wesentlicher ist, daß diese so unglückliche Aufmachung eine erschreckende Zaghaftigkeit beweist. Es ist eine symbolische Geste, die nirgendwo ankommt.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...