Donnerstag, 3. September 2009

Führe uns…


(Die 1. und 13. Station des Kreuzwegs des Erzbistums Berlin in der Fastenzeit 2006 auf mehreren zur Kathedrale führenden U-Bahnstationen der Linie 6. Liebes Bistum, das war eine gute Idee!)

Ohne mich am Gotteslob-Bashing (vor allem: was wird nachkommen?) beteiligen zu wollen, manchesmal erscheinen mir die dortigen Texte leicht suspekt. Immer wieder zum Beispiel zum Angelusgebet. Die Oration zum Angelus kenne ich so:

Allmächtiger Gott wir bitten dich, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn, Amen.

Im Meßbuch heißt es bei der Oration am Gedenktag unserer Lieben Frau vom Rosenkranz ebenfalls
Höre auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria und führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Im Gotteslob dagegen heißt es beim Angelus: „…laß uns durch sein Leiden und Kreuz … gelangen“.

Meinem Empfinden nach ist da doch eine inhaltliche Differenz: es ist ein Unterschied, ob ich, – zum Beispiel in einem dunklen Wald oder auf einer Bergbesteigung, in Not und Gefahr – geführt werde oder ob ich – irgendwie – dorthin- und wieder dorthinaus gelange.

Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nichts willst." (Joh 21, 18)

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