Dienstag, 8. September 2009

8. September – Mariä Geburt


Barmherziger Gott, öffne deinen Gläubigen die Schätze der himmlischen Gnade. Die Geburt des Erlösers aus Maria war für uns der Anfang des Heiles; das Geburtsfest seiner allzeit jungfräulichen Mutter festige und mehre den Frieden auf Erden.



Ave virgo consecrata
verbo patris confirmata
super seraphim locata.

Aus einem Sermo zum Lobe der jungfräulichen Gottesmutter Maria des Hl. Bernhard von Clairvaux

Maria wird passend mit einem Stern verglichen; wie nämlich ohne eigene Verletzung das Gestirn seinen Lichtstrahl aussendet, so gebiert die Jungfrau ohne eigene Verletzung den Sohn Gottes, und wie der Strahl dem Gestirne nichts von seinem Glanz nimmt, ebenso wenig nimmt der Jungfrau der Sohn ihre Unversehrtheit. Sie ist also jener edle Stern, der aus Jakob aufgegangen ist, dessen Licht den ganzen Erdkreis erleuchtet, dessen Glanz im Himmel alles übertrifft und in das Reich des Todes dringt; der über die ganze Erde leuchtet und mehr den Geist als den Leib erfreut, der die guten Kräfte fördert, die Leidenschaften beseitigt. Sie, sage ich, ist jener hell leuchtende und erhabene Stern, der über diesem großen und weiten Meer der Welt sich notwendig erhebt, durch Verdienste glänzend, ein leuchtendes Vorbild.

Wann immer du erkennst, dass du unter Stürmen und Unwettern eher in den Fluten dieser Welt hin und hergerissen wirst, als auf festem Boden zu wandeln, wende deine Augen nicht ab vom Glanz dieses Gestirns, willst du von den Stürmen nicht erschellt werden! Erheben sich die Stürme der Versuchungen, befindest du dich inmitten von Klippen der Trübsal, blicke auf zum Stern, rufe Maria! Wirst du auf den Wogen des Hochmuts, des Ehrgeizes, der Verleumdung, des Neides hin und hergeschleudert, blicke auf zum Stern, rufe Maria! Erschüttert der Zorn, die Habsucht, die Fleischeslust das Schifflein deiner Seele, blicke auf zu Maria! Bist du über die Abscheulichkeit deiner Laster bestürzt, über den elenden Zustand deiner Seele beschämt, von Schrecken erfaßt bei dem Gedanken an das Gericht, beginnst du immer tiefer in den Abgrund der Trostlosigkeit und der Verzweiflung zu sinken, denke an Maria! Mitten in Gefahren, Nöten und Unsicherheiten denke an Maria, rufe Maria an! Ihre Anrufung, der Gedanke an sie möge nie von deinen Lippen und aus deinem Herzen weichen. Um so sicherer durch ihre Fürbitte Hilfe zu erlangen, versäume nicht, ihre guten Beispiele nachzuahmen. Folgst du ihr nach, so wirst du dich nicht verirren; rufst du sie an, so kannst du nicht verzweifeln; denkst du an sie, bleibst du dem falschen Weg fern. Solange sie dich an der Hand hält, kannst du nicht fallen. Unter ihrem Schutz hast du nichts zu fürchten. Führt sie dich, ermüdest du nicht. Durch ihre Gunst kommst du sicher ans Ziel.

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