Freitag, 28. August 2009

Abbild der bräutlichen Kirche

In einem Forum stellte jemand die Frage nach dem Wozu und Warum der Lebensform der gottgeweihten Jungfrau und der Lebensform der Apostolatshelferin, verbunden mit mit der Idee, man könne stattdessen doch auch in ein Säkularinstitut eintreten.

Es gibt in der Kirche eine Vielfalt geistlicher Berufungen, die samt und sonders ihren eigenen Wert haben. Mit der Frage „Warum machst Du nicht lieber dies oder das?“ nimmt man ihnen meines Erachtens etwas von der je eigenen Würde und dem eigenen Charisma und wertet sie letztendlich so auch etwas ab.

Insofern ist es durchaus zu bedauern, wenn in den entsprechenden Fürbitten so oft ausdrücklich nur um „Priester- und Ordensberufe“ gebetet wird, oder sogar, die Konditionen etwas verschärfend: „Berufe immer wieder junge Menschen...“ Als könnte nicht auch ein älterer oder sogar alter Mann noch viele Jahre als Priester oder Laienbruder wirken, als gäbe unter den geistlichen Berufungen nicht auch Diakone, Mitglieder der Säkularinstitute, Eremiten und gottgeweihte Jungfrauen! Und wieso es eigentlich bei den Fürbitten belassen? Im Gespräch sagte mir neulich ein junger Priester: es müßte viel mehr darüber gepredigt werden. Er hat recht. Hier hat man die Möglichkeit, den Leuten von der Schönheit der Berufungen zum ehelosen Leben um des Himmelreiches willen zu sprechen und tut es leider oft nicht.

Die geweihte Jungfrau ist zu einem zeichenhaften Sein berufen und wird dafür eigens geweiht, das heißt, aus ihrem bisherigen Kontext herausgenommen und in einen neuen gestellt – konsekriert, wie etwa ein Kirchengebäude.

Bei der Übergabe des Stundenbuches spricht der Bischof: Empfange das Stundenbuch der Kirche. Das Lob Gottes und das Gebet für das Heil aller Menschen sei allezeit dein Dienst. Im Weihegebet heißt es Denen, die noch der Vergänglichkeit unterworfen sind, gewährst du Anteil an einem Leben, das ähnlich ist dem der Engel. Über die Verpflichtung zum Stundengebet heißt es andernorts:
„Alle, die das vollbringen, erfüllen eine der Kirche obliegende Pflicht und haben zugleich Anteil an der höchsten Ehre der Braut Christi; denn indem sie Gott das Lob darbringen, stehen sie im Namen der Mutter Kirche vor dem Throne Gottes.“
Dies ist eine kontemplative, meiner Ansicht nach wesenhaft marianische Berufung. Besonders gefreut hat mich ein Bildchen, das ich von einem Priester zur Weihe bekommen habe: Christus, der Hohepriester, spendet der knienden Gottesmutter die Gestalten der hl. Kommunion. Darüber steht „Magnificat anima mea Dominum“.

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