Donnerstag, 23. Juli 2009

Womit sollen wir uns kleiden? (2)

Bei aller Liebe zur Bei aller Liebe zur „Frau Armut“ – einige meiner Kleidungsstücke haben ihre besten Zeiten hinter sich, einige Röcke und Kleider habe ich in iKEA-Pappschachteln verpackt, da sie mir mittlerweile zu kurz erscheinen. Seit $(ich verrate nicht, wer) bereits zweimal den Blick schamhaft niedergeschlagen hat, mag ich auch kein T-Shirt mehr tragen.[1],[2]. Kurzum – es muß Neues her, und das bald.


1 = so nicht
2 = so auch nicht
3 = wäre äußerst angemessen, würde aber Befremden hervorrufen


Etwas zu kaufen, wenn man es braucht, ist immer doof, und Kleidung anzuprobieren ertrage ich sowieso nur in homöopathischen Dosen. In der Lieblings-Butike hat die Umkleidekabine Saloontüren mit einem breiten Spalt dazwischen, weshalb ich sie nicht benutze, sondern direkt von der Stange kaufe. Auch hat sich der Inhaber derzeit auf Form, Farbe und Materialien der 80er Jahre spezialisiert. Leider fanden wir die Mode der 80er Jahre schon in den 80er Jahren scheußlich.

Ich wünschte, der Star Trek'sche Replikator wäre schon erfunden („Eine weiße Bluse mit Bubikragen, bitte!“). Das was ich will, gibt es sowieso nie und/oder nie in den von mir gewünschten Farben – „Das wird jetzt gar nicht (mehr) getragen...!“.

Als abschreckendes Beispiel schwebt mir darüberhinaus noch die ältliche Dame vor, die gern ein- und denselben Rock mit Kellerfalte zur Schleifenbluse mit Weste darüber trägt. So will ich nicht ausssehen.

Nichtsdestotrotz probiere ich Röcke: Nr. 1 läßt mich aussehen wie einen Spazierstock, der einen Rock trägt (dabei habe ich nicht die Konturen eines Spazierstocks). Nr. 2, dasselbe Modell in der nächstfolgenden Größe, ist dann prompt viel zu weit. Während der Anprobe wird einmal der Vorhang geöffnet (w), ein anderer (m) versucht, von draußen zu ertasten, ob sich

[ ] überhaupt jemand
[ ] seine Freundin

hinter dem Vorhang verbirgt. Die Probandin flüchtet und erwägt, künftig Kleidung nur noch im Internet einzukaufen. Dort ist die Beleuchtung auch weniger grell.
____

[1] Andererseits hat Jesus nicht gesagt,
Wer mein Jünger sein will, ziehe ganzjährig einen Kartoffelsack an und folge mir nach...

[2]
Wenn man sich dazu übrigens das Geschreibe über die sogenannte marylike Kleidung einmal durchliest, kann einem ganz anders werden. Man verstehe mich recht, ich bin durchaus für Kleidung, die nicht so aussehen läßt, als verdiente man sein Geld an der Straße. Was manche einem allerdings so vorschreiben wollen, die abstrusen Begründungen dafür und die Höllenstrafen, die einem aus dem unberufenen Munde dieser privaten Offenbarungen angedroht werden – na, also ich danke schön. Weil ja immer viel schlimmer ist, wenn man zur Sünde verführt, als wenn man(n) diese Sünde selbst begeht. Und weil schon in einer Damenhose oder einem unbedeckten Ellbogen die ganze Verderbnis Satans lauert.[3] Logisch.

([3]
„Our Blessed Mother was very specific in one of these private revelations…“ Liebe Männer: vor Karo- und Hawaiihemden hat die Gottesmutter übrigens auch ausdrücklich gewarnt.)

Also, da zöge ich doch lieber gleich eine Burkha an, die ist wenigstens ästhetischer.
Außerdem bietet sie unbegrenzte Möglichkeiten zum Grimassenschneiden…


Wer jetzt übrigens auch Lust bekommen hat, mit Ausschneidepuppen zu spielen – hier lang geht es zu
Lianas Paper Doll Blog

1 Kommentar:

Cicero hat gesagt…

> Liebe Männer: vor Karo- und Hawaiihemden hat
> die Gottesmutter übrigens auch ausdrücklich
> gewarnt.

OK, also kann man voraussetzen, daß sie Geschmack hat.

Ich finde ja sowieso, daß Männer es viel einfacher haben. Ich gehe in der Regel 2x pro Jahr zum Herrenausstatter meines Vertrauens und decke mich mit den benötigten Dingen ein.
Der Zeitaufwand liegt unter einer Stunde pro Einkauf, der Geldaufwand leider immer viel höher.

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