Freitag, 13. Juni 2008

Es war einmal...


Aus aktuellem Anlaß kam mir heute diese Geschichte wieder in den Sinn, die beim blauen C einmal kursierte. Infantile Gemüter wie ich waren schwer beeindruckt (schluchz!); es wurde in der Abteilung wochenlang kein schmutziges Geschirr mehr außerhalb des Geschirrspülers gesehen.

Es war einmal eine kleine Tasse mit blauen Blümchen und einem rosafarbenen Henkel. Sie lebte in einem Schrank in einer Küche in einem Büro in einer großen Stadt, gar nicht weit von hier.

Das heißt, sie hätte gerne in dem Schrank gelebt. Das ging aber nicht, denn immer wieder kam eine große braune Hand, goss sie mit Kaffee voll und nahm sie mit in ein anderes Zimmer, um Kaffee zu trinken.

Erst fand die kleine rosa Tasse das alles ganz lustig, aber sie durfte nie wie die anderen Tassen im Schrank schlafen, sondern musste die ganze Nacht alleine im Büro stehen bleiben. Darüber war die kleine rosa Tasse sehr traurig.

Die anderen Tassen hatten schon mal Gelegenheit, neben dem Milchkännchen zu stehen und das war so hübsch und lieb. Die blaue und die grüne Tassen hatten ihr auf der Spüle schon mal im Vorbeispülen davon erzählt, aber die kleine rosa Tasse musste jede Nacht alleine sein.

Eines Tages aber kam die große braune Hand und brachte sie nachmittags noch einmal zur Küche, um sie mit Kaffee zu füllen. Dort wurde sie vergessen. Mehrere Stunden später kam eine hastige kleine weiße Hand und ... ja, welch ein Glück.... stellte sie zu den anderen Tassen in den Schrank!

Die kleine rosa Tasse war so glücklich wie nie zuvor in ihrem Leben. Sie schwatzte und kicherte mit den anderen Tassen, ärgerte die Untertassen und fühlte sich so wohl und glücklich, wie sich eine Kaffeetasse nur wünschen kann.

Und sie stand auch noch direkt neben dem süßen Milchkännchen! "Du bist aber hübsch", sagte das Milchkännchen. "Und deine Blümchen passen ja genau zu meinen Blümchen!"

Die kleine rosa Tasse wurde ganz pink vor lauter Verlegenheit, aber sie rückte doch ein bisschen näher an das Milchkännchen heran.

Da wurde das Milchkännchen auf einmal ganz komisch: "Iieh, du stinkst nach altem Kaffee und Flecken hast du auch! Bäh, geh bloß weg von mir!"

Auch die anderen Tassen rückten direkt ein wenig nach hinten in den Schrank, als sie das hörten. Selbst die Untertassen, die sonst nichts zu sagen hatten, machten sich über die kleine rosa Tasse lustig. Die kleine rosa Tasse stand ganz allein am Rand des Regals und weinte die ganze Nacht.

Am Morgen öffnete sich die Schranktür und – bauz– die kleine rosa Tasse fiel aus dem Schrank und auf dem Boden und zersprang in 1000 Scherben.

Liebe Kollegen, die kleine rosa Tasse könnte auch eure Tasse sein. Seid lieb zu ihr!

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