Donnerstag, 19. April 2007

Neue Hobbies: Excessive date planning oder Extreme boring?


In letzter Zeit merke ich, daß ich etwas unduldsam gegen Leute werde, die ihre privaten Terminplanungen in meiner Gegenwart und/oder unter meiner ausführlichen Zuhilfename zelebrieren. Oder aber alternativ, die Anzahl dieser Leute nimmt zu. Da haben wir:

  • am Dienstag den Ministrantenabend, bei dem ich Terminplanungen in Stereo und Dolbysurround hören durfte: an einer Seite des Tisches der Oberministrant A. S., der (berechtigterweise) Termine verliest – zu meiner Rechten das Paar Fitzli und Fitzliputzli, das sich währenddessen ausführlich drüber ausmährt tauscht, ob und wann und zu welchen Bedingungen jeder einzelne von den beiden ministrieren können wird – oder auch nicht. Weitere Details mögen dem geneigten Leser erspart bleiben, obwohl damit vielleicht Verständnis für die Autorin geweckt würde. Den Finger ins rechte Ohr zu stecken habe ich als unfein verworfen. Andererseits fängt A. S. (wiederum berechtigterweise) irgendwann an, erste Anzeichen von Irritationen zu zeigen, als ihm zum wiederholten Male die Frage "Von welchem Tag sprichst Du jetzt grade?" gestellt wird.
  • heute die beiden Kollegas K. und G. im Büro, die womöglich ebenso ausführlich irgendein privates Vorhaben zu planen versuchen, bei dem ich dann netterweise den Wachhund im Büro geben soll, obwohl ich zu dieser Zeit sonst nicht arbeite. Soweit so gut. "Können Sie an dem Tag spät arbeiten?". Da ich den privaten Hintergrund schon erkannt habe, flechte ich ein, daß in dem Falle dann auch entsprechend später zur Arbeit zu kommen gedenke. Baßes Erstaunen. Äh, hallo?! Ohne irgendeine betriebliche Notwendigkeit werde ich meine tägliche Arbeitszeit doch nicht eben mal verdoppeln? (ohne Pause natürlich, schließlich bauchtanzt oder kaffeetrinkt die Vertretung ja grade!). Als dann immer mehr obskure Randbedingungen in das Vorhaben einflossen – "Aber morgens muß ich noch zur Krankengymnastik, da müssen [sic!] Sie dann auch schon da sein!" etc. etc. pipapo und patati und patata... –, habe ich freundlich klargestellt, daß ich um 18 Uhr einen Termin habe, den ich sehr gerne wahrnehmen würde und mir jeden Hinweis darauf, daß ich auch noch ein eigenes Leben habe, verkniffen. :crazy:
Als nächstes übe ich – für beide Fallkonstellationen übrigens – nicht immer so entsetzlich verfügbar zu scheinen, sondern selbst einen übergroßen Terminkalender zu zücken und sämtliche Ausnahmen und Bedingungen zu rezitieren, unter denen ich möglicherweise können würde – oder auch nicht. Wahrscheinlich werden meine Zuhörer dann vor Langeweile einschlafen, und ich kann mich unbemerkt davonschleichen...

Donnerstag, 5. April 2007

Geh, mach Ostern!



Nach Palmsonntag wird es auf einmal in der Karwoche noch vor Beginn des heiligen Triduums auf einmal ganz österlich:

  • Dienstagvormittags gibt es das Osterbildchen, ganz traditionell im Beichtstuhl
  • Mittwoch vormittags kommt eine Osterkarte mit dem Auferstandenen (und einem netten Gruß auf der Rückseite) als Dankeschön fürs Ministrieren und
  • Mittwoch abends ist in den Sakristeien dann endgültig der (vor)österliche Streß ausgebrochen. Wo man geht und steht, stehen oder liegen Leuchter, Liederhefte für die Karmetten, Meßgewänder und Kerzen bereit.
Als Krönung des Ganzen befiehlt schließlich $Aufsichtsperson in der unteren Sakristei* mit Blick auf den Meßbuchständer: "Mach Ostern!". Woraufhin im Buch die Messe vom Ostersonntag aufgeschlagen und flugs der Ständer mit einem weißen statt des in die Fastenzeit gehörenden violetten Paraments bedeckt wird. Ehrlich, das war die schnellste Wandlung, die ich je gesehen habe! :D

*die nächste Messe, die in der Unterkirche gefeiert wird, ist tatsächlich die frühe am Ostersonntag, in der ich nun übrigens doch zur Tat und zum Altar voranschreite. Wärs nicht so abwegig, wäre es vielleicht eine gute Idee, in der Osternacht gleich mit Isomatte und Schlafsack in einem der Nebengelasse der Sakristei zu kampieren. Nachdem ich miterlebt habe, wie jemand neulich – ich verrate nicht, wo – das Waschbecken in liturgischer Manier angesungen hat, weiß ich: nichts ist unmööööglich!
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