Montag, 14. Dezember 2009

Alle Jahre wieder – United Loonies

Advent, wie er (leider) auch ist:

In der ersten Vesper lief der derzeit nervigste unter den Kirchenstörern und eigenartigen Gestalten vom Dienst (vergleiche auch hier) beflügelt vom (Wein)geist der umliegenden Weihnachtsmärkte zu neuer Hochform auf, was dazu führte, daß er irgendwann zum Magnificat still von zwei grün gekleideten Menschen hinausgeleitet wurde. Lange Jahre ist er uns treu gewesen – in Zukunft muß er jedenfalls draußen bleiben. Jauchzet, frohlocket!

Auf die Ansage, daß die Kirche, vor die Unterkirche und deren Beichtkapellen während der sakramentalen Aussetzung und zu gut frequentierten Beichtzeiten nicht besichtigt werden können, erhält man auch in Chorgewandung immer öfter ein „Warum?“ zur Antwort. Ich bin geneigt, solches nächstens mit „Weil ich es sage!“ zu beantworten.

Gestern abend: während der vorbereitenden Gebete auf die heilige Kommunion – einem der heiligsten und stillsten Momente – gackert direkt hinter mir jemand laut los. Ich frage mich, warum manche Leute ausgerechnet die erste Bank einer Kirche als den geeigneten Ort empfinden, um zu dokumentieren, daß sie überhaupt keinen Anstand haben. Die Geschichte eines Priesters, in der sich zwei Frauen beim Kommuniongang gegenseitig die Handtaschen übergezogen haben, erspare ich euch jetzt mal.

Samstag, 12. Dezember 2009

Gaudete in Domino semper!


Gaudete in Domino semper

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!
Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren. (Phil 4,4-7)

Freitag, 11. Dezember 2009

zum Luciafest am 13. Dezember


traditionelles Luciafest mit vielen kleinen Lucias
in einer schwedischen Kirche


Lussekatt – Gebäck, das zum Frühstück gebracht wird.
Die Form soll die Augen symbolisieren, die der Heiligen bei ihrem
Martyrium ausgerissen wurden.


Wie ich das Luciafest bei mir zuhause gerne hätte…


…und wie es wohl eher wird (auch gemütlich…)


für Spielkälber: ein Ausschneidebogen

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Hl. Lucia – Jungfrau und Märtyrin

Wir preisen Dich, himmlischer Vater, weil Du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Der Sonntag Gaudete fällt in diesem Jahr mit dem Gedächtnis der heiligen Lucia von Syracus zusammen, die zu den Jungfrauen und Märtyrinnen gehört, die im ersten Kanon namentlich genannt werden.

Die heilige Lucia gelobte schon in sehr jungen Jahren, vom Beispiel der heiligen Agatha von Catania ergriffen, in ihrem Herzen die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen. Ihre Mutter, die davon nichts wußte, wollte sie mit einem vornehmen und wohlhabenden Heiden verloben, wohl auch in der Absicht, ihn für Christus zu gewinnen. Als Lucia von der beabsichtigten Verlobung erfuhr, erschrak sie sehr. Eutychia erkrankte in der Folge am Blutfluß. Nach vierjährigen Leiden wallfahrteten die beiden zum Grab der heiligen Agatha, wo Eutychia nach einer Meßfeier am Grab der Heiligen auf wundersame Weise geheilt wurde. Lucia offenbarte, daß sie sich dem Herrn versprochen hatte und veranlaßte ihre Mutter dazu, ihre Mitgift und schließlich das ganze Vermögen in so großzügiger Weise auf die Fürsorge der Armen zu verwenden, daß von ihr gesagt wurde: Mit vollen Händen spendet die liebe Lucia den Armen Christi, wie der hl. Diakon Laurentius.

Der abgewiesene Verehrer denunzierte Lucia als Christin vor dem Statthalter, der Lucia daraufhin zu sich bestellte und ihr befahl, vor seinen Augen den Götzen zu opfern. Als sie sich weigerte, um Gott nicht zu beleidigen, erlitt sie schließlich an diesem 13. Dezember 304 das Martyrium durch einen Stich in den Hals. Sie lebte sie aber noch einige Stunden, so daß ihr ein Priester die Wegzehrung reichen konnte.

Die heilige Lucia hätte ihr Leben retten können, wenn sie nicht den über alles geliebt hätte, der uns zuerst geliebt hat. Sie hat uns vorgelebt, was wir sein wollen und sollen, Zeichen des kommenden Himmelreiches. So ist die Heilige Lucia eine machtvolle Flamme der Liebe, ein Licht in der Dunkelheit, ein Licht, das uns den Weg weist.

Du hast dem Herrn Jesus durch das Gelübde der Jungfräulichkeit eine
bräutliche Wohnung in deinem Herzen bereitet. (St. Agatha in einem Traum zu St. Lucia)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Immaculata


O Maria, sei gegrüßt,
die du voller Gnade bist;
sei gegrüßt, du höchste Zier:
Gott der Herr ist selbst mit dir.

Du bist nun gebenedeit
vor den Frauen allezeit.
Lob dem, der dich heimgesucht,
Jesus, deines Leibes Frucht.

Mutter Gottes, liebe Frau,
auf uns arme Sünder schau;
bitt für uns bei deinem Sohn,
daß er uns im Tod verschon.

Aus einem Sermo des Hl. Bernhard von Clairvaux:

Meinst du nicht, daß Maria die mit der Sonne umgebene Frau ist? Gewiss verweist der Zusammenhang der prophetischen Sicht, dies von der gegenwärtigen Kirche zu verstehen; aber man kann dies auch zutreffend von Maria sagen: denn sie hat sich gleichsam mit einer anderen Sonne umgeben. Wie die geschaffene Sonne in gleicher Weise über Gute und Böse aufgeht, so sieht auch sie nicht auf frühere Verdienste, sondern erweist sich gegen alle einsichtsvoll, überaus gütig, und hat in weitherziger Liebe Erbarmen mit den Nöten aller. Sie ist über alle Mängel erhaben, und was immer gebrechlich oder verdorben ist, überragt sie einzigartig in hervorragendster Erhabenheit und übertrifft alle Kreatur, sodaß mit Recht gesagt wird, daß unter ihren Füßen der Mond sei (Offb 12,1). Andererseits würden wir nichts Besonderes gesagt haben, wäre bloß der geschaffene Mond
unter ihren Füßen, die ohne jedweden Zweifel über alle Chöre der Engel, über Kerubim und Seraphim erhöht ist.

Der Mond bezeichnet gewöhnlich nicht bloß den Fehler der Verdorbenheit, sondern ebenso der törichten Gesinnung und bisweilen auch die Kirche dieser Zeit; ersteres wegen seiner Veränderlichkeit, letzteres jedenfalls wegen des anderswoher entlehnten Glanzes! In jedem Sinn aber wird sozusagen der Mond überaus passend zu Füßen Mariens verstanden, wenn auch auf verschiedene Weise, denn „ein heiliger Mensch bleibt in der Weisheit wie die Sonne, aber ein Tor ist veränderlich wie der Mond“ (Sir 27,12). In der Sonne ist nämlich sowohl die Glut als der Glanz beständig, im Mond ist nur der Glanz, und auch dieser ist unentwegt veränderlich und unsicher, weil er niemals im gleichen Zustand bleibt. Mit Recht wird daher Maria als mit der Sonne umgeben dargestellt, da sie die gewaltige, unermeßliche Tiefe der göttlichen Weisheit weiter durchdrungen hat, als man zu glauben vermag; sodaß sie – soweit dies die Natur des Geschöpfes ohne persönliche Vereinigung zuläßt – in jenes unzugängliche Licht eingetaucht erscheint. Mit diesem Feuer wurden zwar die Lippen des Propheten (Jes 6,6) gereinigt, von diesem Feuer sind auch die Seraphim entflammt; aber weit anders verdiente Maria, nicht bloß kurz davon berührt, sondern vielmehr davon bedeckt und umflossen, ja gleichsam vom Feuer selbst eingeschlossen zu werden. Höchst rein, fürwahr, aber auch ganz glühend ist das Kleid dieser Frau, an der alles so herrlich strahlt, daß man an ihr - ich will nur sagen - nichts Finsteres oder auch nur etwas ein wenig Dunkles oder minder Lichtes, ja nicht einmal etwas Laues oder nicht ganz Glühendes annehmen darf.

Montag, 7. Dezember 2009

Saint Ambrose in a nutshell


„Ist einer im Reden behutsam, so wird er milde, sanft und bescheiden. Wenn er nämlich den Mund hält und seine Zunge beherrscht und nicht redet, bevor er seine Worte geprüft und abgewogen hat und überlegt hat, ob dies zu sagen sei, ob es diesem Menschen gegenüber zu sagen sei, so übt er in der Tat Bescheidenheit, Sanftmut und Geduld.“

Samstag, 5. Dezember 2009

Macht niedrig, was hoch stehet

…was krumm ist, macht gerad.

Dieses prophetische Wort hat sich insofern erfüllet, als grad am
Schreibtisch mein Holzstuhl unter mir zusammengebrochen ist. :D

(Disclaimer: nein, das lag nicht an meinem Gewicht, höchstens an dem meiner zentnerschweren Katze, die mir auf dem Schoß; zu liegen pflegt).

Im Ernst, diesen Stuhl hat vor 10 Jahren jemand auf dem Sperrmüll ausgesetzt und die Katze und ich sind eigentlich Leichtgewichte. Ich hab grad herzlich gelacht.